Geschichten vom Klo: Comedian "Bembers" in Weiden
"Ned pervers, sondern lusdich"

Wortverrenkungen am stillen Örtchen: Vor spartanischer Kulisse spülte Comedian "Bembers" bei seinem Auftritt in der Reger-Halle eine Geschmacklosigkeit nach der anderen herunter - sehr zur Freude des Publikums. Bild: frb
Dunkle, wirre Lockenmähne, Turnschuhe, blaue Jeans und ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "Ey, horch amol!". Im Hintergrund eine Leinwand und zwei Toilettenschüsseln - gefüllt mit Bierflaschen. Mehr braucht Comedian "Bembers" nicht, um am Freitag in der Max-Reger-Halle die Zuschauer mit seiner Show "Alles muss raus!" zu begeistern.

Provokation mit Popel

Drei Stunden lang zieht er die rund 500 Besucher mit seinem eigenwilligen Heavy-Metal-Charme, fränkischem Dialekt und mit einer Gala gezielt geschmackloser Gags in seinen Bann. Was andere nicht einmal wagen, in der Öffentlichkeit anzusprechen, das beschreibt er genüsslich bis ins letzte Detail. Wie im Titel seiner Show - "Alles muss raus!" - angedroht, provoziert er, was das Zeug hält. Egal, ob es dabei um die Beherrschung seiner Sexualtriebe geht, einen Pickel im Dammbereich, die genaue Beschreibung eines überfüllten Dixi-Klos auf einem Festival. Oder um einen Riesenpopel: "Der schiebd sich den Zeigefinger bis hindas zwoade Glied in d' Nasn nei. Do bine scho gespannd, wos der do so fischd."

Wer also eine etwas gesittetere Umgangsform bevorzugt, gehört nicht zu "Bembers'" Zielgruppe. Auch Hundeliebhaber sollte man am Freitag nicht sein. Vor allem, als es in einer der zahlreichen Geschichten aus seinem Heimatort Nürnberg um einen aggressiven Vierbeiner geht. "Dem mussd ins offene Maul greifn und dann ziehsd dei Hand ganz schnell wiedda naus, dann stülpds den Hund um - wie an nassn Handschuh." Kommentar dazu: "Nä, des is ned pervers, des is lusdich, weil der bölld ja dann rüggwärds: uuuaW!"

"Alder, geschafft"

Auch Freundin Priscilla mit ihrem goldenen Benz, eine töpfernde Selbsthilfegruppe sowie der "Arschdoktor" gehören zu seinen Themen. "Wenn wir mol ehrlich san, ham wir doch alle fedd was am Arsch", beschreibt Bembers die Situation im Wartezimmer jenes Arztes - und beschließt damit gleich den philosophischen Teil des Abends. Mit seiner vulgären Sprache und den anzüglichen Themen trifft er bei vielen den Nerv, wie die lauten Lacher im Publikum zeigen.

2011 fing "Bembers'" Karriere mit Internetvideos an. Inzwischen tourt er durch ganz Deutschland und ist regelmäßig Gast im Fernsehen. Er scheint ganz zufrieden damit zu sein. Am Freitag wiederholt er jedenfalls einen Satz gleich mehrfach: "Alder, ich hob's gschaffd!"
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