Gesprächsforum befasst sich mit dem Wandel in der Landwirtschaft in den vergangenen 50 Jahren
Technische Revolution in Haus und Hof

Über Änderungen in fünf Jahrzehnten Landwirtschaft sprachen (von links). Moderator Peter Gach, Landwirt Alois Lukas, Inge Schieder, als jüngere Absolventinnen Stefanie Mark und Claudia Hösl, BBV-Geschäftsführer Hans Winter und Geschäftsführer Wolfgang Härtl vom Maschinenring Weiden-Neustadt. Bild: Dobmeier
Weiden. (rdo) "Was hat sich in 50 Jahren in der Landwirtschaft geändert?" Über diese Frage diskutierten Alt- und Jung-Landwirte, Mitglieder des Bayerischen Bauernverbandes und des Maschinenrings anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Landwirtschaftsamts-Gebäudes in der Beethovenstraße. Die Moderation lag in Händen von Peter Gach.

1964/65 absolvierte Alois Lukas die Landwirtschaftsschule. Es ging zu dieser Zeit um die EWG, in der sich die Getreidepreise halbierten. Er machte die Entwicklung von der Handarbeit mit Pferden bis zur modernsten Technik mit großen Mähdreschern mit. Die Technik nahm einen rasanten Aufschwung.

Von der technischen Revolution durch die Waschmaschine berichtete Inge Schieder aus Windischeschenbach. Sie zählte zum ersten Abschlussjahrgang in der Hauswirtschaftsschule. Früher lernte man das Nähen, Flicken und Stopfen, um die Kleidung zu erhalten. Gut und sparsam, war die Devise, erinnerte sie. Zum Unterricht gehörten auch Säuglingspflege und richtiges Putzen.

Die Einführung der Alterskasse für Landwirte bezeichnete BBV-Geschäftsführer Hans Winter als Meilenstein der Grundsicherung. Als Lehrkraft für Sozialrecht erläuterte er die Gründung der landwirtschaftlichen Krankenkasse 1972. Die Pflegeversicherung kam 1995 dazu.

Die Grundlagen für ein zweites Standbein schilderte Claudia Hösl, die in einen Hof bei Söllitz eingeheiratet hat. Sie erhofft sich als Mutter von kleinen Zwillingen, sich durch dieses Spezialwissen ein Zusatzeinkommen zu sichern.

"Der Maschinenring war die bayerische Antwort auf die EWG", sagte Wolfgang Härtl, Geschäftsführer des Maschinenrings Weiden-Neustadt. Die Gemeinschaft aus Landwirten sei Dienstleister im Verbund. Aus der Nachbarschaftshilfe sei die MR-Betriebshilfe entstanden.

Stefanie Mark aus Pilmesreuth im Landkreis Tirschenreuth wird die Hofnachfolge eventuell mit ihrer Schwester antreten. Sie verwies auf die modernen Lehrinhalte der heutigen Landwirtschaftsschule in Bezug auf Tierhaltung, betriebliche Investitionen und Rechtslehre oder auch in der Hauswirtschaft mit Einblick in die gesunde Ernährung. Selbstzufriedenheit ist ihr wichtig - und ein Beruf im Einklang mit der Natur.
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