Gewalt ist keine Lösung

Der Totensonntag als Relikt aus der Vergangenheit? Von wegen. Wer in Weiden den Opfern von Krieg und Gewalt gedenken will, muss auch im Jahr 2014 nicht in die Ferne schweifen.

Der Gefallenen aus dem Ortsteil gedachten die Fahnenabordnungen der Vereine im Vereinskartell Weiden-West mit den Gläubigen am Totensonntag. Nach dem Gottesdienst mit Pater Jakob hatten sich die Teilnehmer am Mahnmal an der Maria-Waldrast-Kirche getroffen, wo der Kirchenchor zunächst das Lied "Meine Zeit liegt in deinen Händen" sang. "Wir brauchen den Totensonntag", erklärte OB Kurt Seggewiß. "Wir haben ein Vermächtnis zu erfüllen, denn weder wirtschaftliche, christliche und ethische Probleme können durch Gewalt gelöst werden." Auch von Grafenwöhr aus zögen Soldaten in den Kampf.

Seggewiß erinnerte zudem an die vielen Flüchtlinge, an "die Minderjährigen und unbegleiteten Kinder", die in ihrer Heimat Krieg haben und für die nun das Jugendamt sorge. "Das Asylproblem werden wir wie vor Jahrzehnten auch jetzt mit Nächstenliebe in der Stadt bewältigen. So bleibt uns die Pflicht, die Hände zu öffnen für die Vertriebenen an offenen Grenzen." Kartellvorsitzender Hans-Jürgen Gmeiner, selbst Soldat, dankte den Soldaten der 131er und überbrachte deren Grüße. "Der Tod kennt und macht keinen Unterschied", sagte er. Er verwies auf das Buch "Ich hätt dich gern kennengelernt", dessen Titel den Spruch eines Enkels auf dem Grabstein seines Großvaters zitiert. Pfarrer Jakob stellte fest, "dass wir mit dieser Feier die Toten nicht vergessen": "Wir gedenken der Gefallenen, der großen und kleinen Kriege, der Opfer und Gewaltherrschaft und jener, die für andere starben. Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens." Zusammen mit den Ehrenkartellvorsitzenden Lothar Höher und Georg Weiß legten die Redner einen Kranz des Kartell Weiden-West und der Stadt nieder. Zwei Delegierte der Reservistenkameradschaft Weiden hielten mit brennenden Fackeln Ehrenwache. Gekommen waren auch zwei Soldaten vom neu stationierten Bataillon der 131er.
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