Gewerbegebiet unter Beschuss

"Nein" zu diesem Gewerbegebiet: Die West-IV-Dimensionen auf der Skizze im SPD-Magazin "Scheibenwischer" stimmen nicht. Richtig ist das vom NT gelb markierte Areal. Immerhin: Das Bienen-Maskottchen fände da wie dort Platz ... Grafik: SPD/NT

Weiden-West IV soll ein großes Gewerbegebiet werden. So groß aber nun auch wieder nicht: In ihrer Parteizeitschrift greift die SPD auf eine falsche Skizze zurück. Möglicherweise sogar mit Folgen für Leib und Leben, falls sie Wirklichkeit werden würde.

Dass da etwas nicht stimmen konnte, ist Hildegard Burger selbst aufgefallen. Doch da war's freilich schon zu spät. Die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands füllte kürzlich ihre Unterlagen zum Briefentscheid aus, auf dem Tisch lagen zwei Karten zum geplanten Gewerbegebiet West IV nebeneinander: die offizielle der Stadt und die Grafik, welche die SPD in ihrem Parteiblatt "Scheibenwischer" abgedruckt hatte. Hoppla - beide stimmten nicht überein.

Konkret gönnen die Genossen dem Gebiet offenbar weit mehr Raum als ihm die Realität zumisst. Außerdem haben sie es um einige Meter nach Nordosten verschoben. Mit weitreichenden Folgen nicht nur für sensible Bereiche von Flora und Fauna, sondern auch einen beliebten Waldweg. Und gar für Leib und Leben?

"Fliegende Kugeln"

Irritiert zeigt sich insbesondere die Siedlergemeinschaft Waldrast. Sie hat beide Skizzen verglichen, um das Resultat auf ihrer Homepage zu verkünden: "Dabei wird deutlich, dass nicht nur der einzige relativ natürliche Waldweg, der gerne von Joggern und Spaziergänger genutzt wird, den erweiterten Dimensionen des Gewerbegebietes zum Opfer fallen würde, sondern auch die etwaig über die Schießanlage hinaus fliegenden Kugeln der Soldaten dann nicht mehr ,nur' irgendwo im Wald niedergehen, sondern im zukünftigen Gewerbegebiet einschlagen würden."

Jetzt mal Klartext: Die SPD irrt, richtig ist natürlich allein der Plan der Stadt. Woran lag's? Hildegard Burger, für den "Scheibenwischer" verantwortlich im Sinne des Presserechts, machte sich bei den Kollegen schlau. Die erklären die fehlerhaften Umrisse mit der zeitlichen Abfolge: Ende August, als der Beitrag entstand, habe es noch kein genaues Kartenmaterial gegeben. "Wir haben uns für eine Skizze entschieden, um wenigstens den ungefähren Standort zeigen zu können", berichtet Burger. Die Grafik sollte "nur der groben Orientierung" dienen. So vermerkt war das allerdings nirgends.

Achtung, Monsterbiene

Hildegard Burger nimmt die Kritik positiv: "Schön, wenn die Leute das so genau anschauen - und vor allem hinterher darüber abstimmen." Dass eine Monsterbiene in Weiden-West IV ihr Unwesen treiben soll, ist übrigens auch nur auf der SPD-Karte so vorgesehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.