Gewerbesteuer steigt jetzt doch

Bisher gibt sich die Gemeinde Illschwang mit einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 300 Prozent zufrieden. Abgesehen von Edelsfeld, wo der gleiche Satz gilt, kommen die Unternehmen nirgends im Landkreis günstiger weg - aber nicht mehr lange.

Gesprächsbedarf bestand bei der Gemeinderatssitzung im Gasthaus Michl in Dietersberg über die Gewerbesteuer. 1. Bürgermeister Dieter Dehling erinnerte an eine Debatte vor drei Jahren, nach der die Mehrheit gegen eine Erhöhung stimmte.

380 Prozent hielt er jetzt angesichts der Hebesätze vieler anderer Gemeinden im Landkreis für berechtigt. Personengeführte Betriebe könnten die anfallenden Mehrkosten über die Einkommensteuer weitgehend wieder hereinholen. Dehling betonte auch, dass die Gewerbesteuer in der Gemeinde bleibe.

"Belastung nicht zu hoch"

Alfred Ebert bedauert heute noch das Nein vor drei Jahren: "Die Gemeinde hat dadurch Geld verschenkt." Er sah die Belastung der Unternehmen als nicht zu hoch an. Ergänzend wies er darauf hin, dass GmbHs bisher steuerliche Vorteile gegenüber privaten Unternehmen hatten.

Dagegen fragte Josef Margraf als unmittelbar Betroffener, ob die Erhöhung gleich um 80 Prozentpunkte ausfallen müsse. Ursensollen, in seinen Augen "eine gefragte Firmengemeinde", habe einen Gewerbesteuer-Hebesatz von 350 Prozent. Das wäre ein Kompromiss, mit dem er leben könne. "Mein Betrieb ist kein personenbezogenes Unternehmen, sondern eine GmbH, die nicht die Möglichkeit hat, über andere Steuerarten die Mehrkosten auszugleichen", fügte Margraf hinzu.

Ob Ursensollen die 350 Prozent noch lange halten kann, bezweifelte Richard Koller. Unterstützung bekam Margraf dagegen von Altbürgermeister Hans Pickel, der sich für eine moderate Besteuerung einsetzte.

Thomas Dirler sah die Anhebung auf 380 Prozent als gerechtfertigt an. Es gehe den Unternehmen allgemein nicht schlecht, betonte er. Mit 9:5 Stimmen befürwortete der Gemeinderat die vorgeschlagene Gewerbesteuererhöhung.

Blockhausstil gefällt nicht

Keine Gegenliebe fand die Bauvoranfrage für ein Ferienhaus im Blockhausstil in der Nähe von Bachetsfeld. Bürgermeister Dehling hielt den Anblick für "gewöhnungsbedürftig". Außerdem liege der geplante Standort im Außenbereich. Hans Pirner regte an, über ein Baugebiet in diesem Bereich nachzudenken.

Vorausblickend auf den Januar, empfahl Dieter Dehling, sich mit den zukünftigen Gebühren für das Freibad zu befassen. Er dankte den Gemeinderäten zum Schluss des öffentlichen Teils für die gute Zusammenarbeit, seit er am 1. Mai das Amt des Bürgermeisters übernommen hat.
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