Gewerkschaft Verdi in Rage über Prüfbericht - Personalabbau verlagert Problem nur
Auf dem Rücken der Menschen

Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner: "Der Prüfbericht ist eine Ohrfeige für die Beschäftigten der Stadt Weiden. Die Beschäftigten werden als unwirtschaftliche Kostenfaktoren dargestellt."

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Empfehlungen des Kommunalen Prüfungsverbandes für die Stadt Weiden und hält die Vorwürfe über die Arbeitsqualität der Beschäftigten sowie hinsichtlich der Personalausstattung für verfehlt. Verdi warnt zudem vor überstürzten Sparmaßnahmen und plädiert stattdessen für eine langfristige Personalpolitik.

"Der Prüfbericht ist eine Ohrfeige für die Beschäftigten der Stadt Weiden", sagt Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner. "Ob Kinderbetreuung oder Instandhaltung öffentlicher Flächen - die Beschäftigten werden als unwirtschaftliche Kostenfaktoren dargestellt." Dabei führten sie wesentliche Aufgaben der Daseinsvorsorge durch, die nicht einfach ersatzlos gestrichen werden können. "Ein Trägerwechsel oder Outsourcing verlagert das Problem nur, auf dem Rücken der Beschäftigten und der Bevölkerung. Einige der beschriebenen Engpässe lagen gerade an einer fehlenden Personalausstattung."

"Der Kommunale Prüfungsverband hat das Personal als vorrangigen Sündenbock ausgemacht", kritisiert auch Alexander Gröbner, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Oberpfalz. "Diese Herangehensweise ist weder einleuchtend, noch beleuchtet sie die tatsächlichen Ursachen der angespannten Finanzsituation der Stadt." Personalabbau senke keine Sozialausgaben. Weniger Lebensqualität sorge nicht für höhere Steuereinnahmen. Hinter den aufgezeigten "Einsparmöglichkeiten" stünden Menschen, die sich tagtäglich für die Stadt Weiden einsetzen - "und bei der derzeitigen demographischen Entwicklung in der Stadtverwaltung in wenigen Jahren händeringend gebraucht werden."

Gespräch suchen

Die Gewerkschaft Verdi will nun mit den Beschäftigten und der Stadtspitze ins Gespräch kommen. "Lösungen müssen her. Aber nicht einseitig auf dem Rücken der Beschäftigten", so Gröbner.
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