Gewerkschaftler Werwein: Innendienst an den bayerischen Finanzämtern ist überlastet - Mehr ...
Mehr Unterstützung für Mitarbeiter gefordert

Christoph Werwein. Bild: uz
Das Hauptinteresse der Bayerischen Finanzgewerkschaft (BFG) gelte dem Innendienst, machte der stellvertretende Landesvorsitzende Christoph Werwein im NT-Gespräch deutlich. "Der Innendienst an den bayerischen Finanzämtern ist überlastet." Im Gegensatz zum Außendienst, wo weniger Betriebe geprüft würden, landeten hier die Fälle auf dem Schreibtisch.

"Die müssen erledigt werden. Egal, ob Kollegen fehlen." Deshalb will die BFG auch im nächsten Jahr den Innendienst aufwerten. "Die Innendienste müssen sowohl bei der Personal- wie auch bei der Planstellenverteilung stärker in den Fokus gerückt werden." Die Rückmeldung von Finanzminister Markus Söder sei positiv. "Er sieht das ähnlich." Allerdings habe Söder die Stellen in der Finanzverwaltung gedeckelt. Fazit: Es gebe keine zusätzlichen Stellen. Und davon werde der Finanzminister auch nicht abrücken, wie er beim Meinungsaustausch mit dem BFG betont habe. Schuld sei das liebe Geld. "Auch wenn wir dem Staat mehr bringen, als wir kosten." Diese Entscheidung werde wohl auch Kabinett und Parlament passieren.

Die Forderung der Gewerkschaft: Man müsse in andere Bereiche wie Hardware und Technik investieren, um Arbeit von den Kollegen wegzunehmen. "Wie erfolgversprechend das ist, das muss die Zukunft zeigen." Die Verwaltung stehe hier noch am Anfang. "Wir haben längst noch nicht die maschinellen Quoten, die wir brauchen, um die Beschäftigten angemessen zu entlasten."

Söder: Steuerfälle steigen

Söder habe hier aber Unterstützung signalisiert. Er vertrete nämlich die Auffassung, dass die Zahl der Betriebe und Einwohner in Bayern und damit auch die Zahl der Steuerfälle im Freistaat weiter anstiegen. "Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, wo dies alles rückläufig ist."

Deshalb sei es für Finanzbeamte, deren Arbeitsanfall ständig wachse, nicht nachvollziehbar, warum Lehrerstellen bei sinkenden Schülerzahlen nicht angetastet würden. Hier sei sicherlich Diskussionsbedarf. Allerdings begreife auch die Steuergewerkschaft die rückläufigen Steuereinnahmen als Damoklesschwert. "Sollte sich dieser Trend bestätigen, kommt weiterer Druck auf den Haushalt zu. Und dann wird's schwierig, unsere Position zu halten."

Werwein: "Wir stellen uns auf schwierige Tarifverhandlungen ein, weil die anderen Bundesländer durch die Schuldenbremse dermaßen geknebelt sind, was deren Haushalt angeht, dass keine Spielräume mehr da sind."

Er schloss Streiks und Demonstrationen im Tarifbereich des öffentlichen Dienstes nicht aus. Den Leuten draußen sei's egal. Da dürfe man sich nichts vormachen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Markus Söder (1507)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.