Gewinnen mit Gummibärchen

Sieben stolze Superpreis-Trägerinnen: Zum Erfolg beim Wettbewerb gratulierten Koordinator Ottmar Gleixner (links) und "Elly"-Schulleiter Anton Schwemmer den Gymnasiastinnen Katja Treml (vorne, von links), Elena Scharl, Vanessa Rödl und Laura Enzmann sowie Lisa-Marie Klier (Mitte, von links), Carolin Ries und Lea Seifert. Bild: fku

Eiklar geht kaum, Gummibärchen dafür umso besser: Aus was sich alles Kleber herstellen lässt und wie gut dieser hält, erforschten Elly-Heuss-Gymnasiastinnen. Und zwar gründlich. Die Schule war damit so erfolgreich, dass sie bei einem Wettbewerb alle anderen in Bayerin hinter sich ließ.

Klar, genascht hat sie auch einige. Aber Vanessa Rödl kann inzwischen viel mehr mit Gummibärchen anfangen als sie nur zu essen. Die "Elly"-Schülerin hat sie erhitzt und dann überprüft, wie sie als Klebstoff taugen. Ergebnis: recht ordentlich. "Die haben gut gehalten", berichtet Vanessa, die daneben auch noch andere potenzielle Kleber wie eben Eiklar oder Honig und Puderzucker testete. Wie gut all das pappt, hat die Gymnasiastin experimentell überprüft, das Ganze mit Fotos dokumentiert und einen langen Bericht darüber verfasst. Mit Erfolg. Denn unter anderem damit hat sie einen Superpreis beim naturwissenschaftlichen Landeswettbewerb "Experimente antworten" geholt.

Um den Superpreis zu ergattern, mussten die Mädchen während des vergangenen Schuljahres in drei Runden mit experimentellen Arbeiten je einen ersten Platz erreichen. Neben den klebrigen Versuchen ging es um die Herstellung von Farbstoffen und Experimente mit Fäden.

"Junge Talente"

Bei der Verleihung im Deutschen Museum in München war Vanessa nicht die einzige "Elly"-Gymnasiastin. Insgesamt 7 der 50 Superpreisträger (aus 2000 Einsendungen) kamen von der Weidener Mädchenschule, die damit die meisten Urkunden aller bayerischen Gymnasien eingeheimst hat. Als "junge Talente" lobte Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich die Preisträger.

Stolz auf die ausgezeichneten "Ellys", die die 6., 7. beziehungsweise 8. Klasse besuchen, zeigte sich freilich auch die Schule. Ottmar Gleixner, Fachbetreuer Biologie und Koordinator des Wettbewerbs an der Schule, betonte, wie viel die Teilnehmerinnen in den einzelnen Runden dokumentieren mussten: "Das waren zum Teil Facharbeiten."

Dass ausgerechnet ein Mädchen-Gymnasium die meisten Erfolge erzielte, stellte Schulleiter Anton Schwemmer heraus. Denn es sei noch immer ein Manko, dass sich Mädchen nicht an Naturwissenschaften herantrauten. Dabei fehlt es an Talent ganz offensichtlich nicht. Die Schule bemühe sich auch deshalb schon seit vielen Jahren, dass die Gymnasiastinnen bei "Experimente antworten" mitmachen. Überhaupt: So eine Urkunde könne irgendwann noch einmal nützlich sein. Mitunter sei sie bei einer Bewerbung der entscheidende Pluspunkt.

Spaß und Nutzen

Für die Schülerinnen selbst dürfte so etwas erst mal noch Nebensache sein. Vanessa profitiert ohnehin schon jetzt von dem Wettbewerb. Nicht nur, weil "es Spaß gemacht hat". Sondern auch ganz praktisch, wie sie erzählt: Als sie einmal beim Basteln gemerkt hat, dass zu Hause gerade kein Kleber da war, hat sie sich einfach mit Gummibärchen beholfen. Gelernt ist eben gelernt.
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