Glaskunst-Ausstellung im Weidener Rathaus
Achtung, zerbrechlich

Der Würfel ist gefallen: Die Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage müssen ihre Abschiedsvorstellung geben. Mit dabei: "Das Mineral" von Stanislava Grebenickova. Bilder: ske (2)

Die letzte Glasausstellung im Zuge der Bayerisch-Böhmischen Kulturtage ist eröffnet. Die Weidener Reihe fällt dem Spardiktat zum Opfer. Dennoch hoffen die Künstler von hüben und drüben auf gemeinsame Projekte in der Zukunft.

"Ohne Kultur ist alles nichts!" Dr. Sven Hauschke, Leiter des Europäischen Museums für Modernes Glas in Coburg, brachte es bei seiner Rede bei der Glaskunstausstellung auf den Punkt. Er dankte den Verantwortlichen für 20 Jahre Bayerisch-Böhmische Kultur- und Wirtschaftstage - und sprach seine Hoffnung auf künftige Glas-Ausstellungen aus. Zumindest im Zuge der "Bayerisch-Böhmischen" wird es keine mehr geben. Denn die finden heuer letztmals statt.

Eine Retrospektive sollte es diesmal sein: Von der Stadt im Laufe der Jahre angekaufte Glaskunst-Objekte werden in den kommenden Wochen im Neuen Rathaus gezeigt. Werke von Jirí Harcuba, Ivana Houserová, Jan Exnar, Ursula Merker, Franz X. Höller, Gerhard Ribka, Milan Handl, Christine Sellner und anderen Glas-Künstlern. Umrahmt wird die Ausstellung von Gemälden und Skulpturen des Pilsener Kunstvereins "uvu", der die Kultur- und Wirtschaftstage über viele Jahre begleitet hat.

Wertvolle Kultur-Kontakte

Die Schirmherrschaft hat Martin Baxa, der Stellvertreter des Pilsener Oberbürgermeisters, Zuständiger für das Ressort Kultur und Verantwortlicher für das Projekt "Pilsen - Europäische Kulturhauptstadt 2015". Er erinnerte an die Jahre seit der Öffnung des Eisernen Vorhangs und die entstandenen Kultur-Kontakte: "Ohne Ihre Hilfe hätten wir nie erreicht, was wir seit 1989 erreicht haben." Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz schilderte die Entwicklung der Kultur- und Wirtschaftstage, OB Kurt Seggewiß dankte allen Verantwortlichen und stellte aktuelle Kooperationsprojekte vor. Er sprach die Hoffnung aus, dass die aktuelle Ausstellung Impulse für die Zukunft gibt. Ähnlich äußerte sich die Präsidentin der Union der Bildenden Künstler der Region Pilsen ("uvu"): "Wir danken für das Bisherige und glauben an das Zukünftige."

Der Werkstoff Glas stellt seit Jahrhunderten ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Böhmen und Bayern dar. Beinahe von Beginn der Kultur- und Wirtschaftstage an haben deshalb international renommierte Glas-Künstler aus Deutschland und Tschechien in gemeinsamen Ausstellungen ihre Exponate in Weiden präsentiert. Schalen, Vasen, Tropfen, Schiffe, Engel, Fantasiewesen und abstrakte Objekte in allen denkbaren Farben und Formen, aus Glas geschliffen, geblasen, gepresst oder mit anderen Materialien verbunden

Am Ende der Eröffnung, die weniger gut besucht war als in früheren Jahren, stand eine Ankündigung des Weidener Oberbürgermeisters: "Wir werden uns etwas einfallen lassen." Bis 28. März folgen einige Veranstaltungen, angefangen bei Filmen über Vorträge und Museumsführungen bis hin zu einer Exkursion nach Tschechien und einem Konzertabend mit dem Westböhmischen Symphonie-Orchester am 28. März um 19 Uhr in der Max-Reger-Halle (Infos unter www.bbk-weiden.de). Die Veranstaltungen fügen sich zugleich ein in das Programm zu "Kulturhauptstadt Europas - Pilsen 2015".
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