Glücklicher Trainer nach der Rettung - Gerhard Wodarz kann sich auf seine alten Hasen verlassen ...
Nur einer geht bei den Wasserballern baden

SV-Trainer Gerhard Wodarz (Mitte) landete nach dem dritten Sieg gegen Laatzen im Becken. Die nassen Klamotten nahm er nach dem Klassenerhalt gerne in Kauf. Bild: G. Büttner
Hallo Herr Wodarz, waren Sie auf das unfreiwillige Bad vorbereitet?

Wodarz: Das ist schon traditionell. Das ist kein Problem für mich und gehört einfach dazu. Ich habe mich auch nicht erkältet (lacht).

Haben Sie im Verlauf dieser eher durchwachsenen Saison einmal am Klassenerhalt gezweifelt?

Wodarz: So richtig gezweifelt eigentlich nicht. Aber wenn eine Saison einen so dramatischen Verlauf nimmt, kann man das nicht mehr ausschließen. Ein Abstiegskampf ist nun mal ein Kampf und da liegen oft die Nerven blank.

Die entscheidende Serie gegen Laatzen lief aber dann relativ souverän, oder?

Wodarz: Den Grundstein für den Klassenerhalt haben wir bei den beiden Spielen in Laatzen gelegt. Wir wollten die Serie ja schon mit zwei Siegen dort entscheiden. Wir hatten aber viel Pech. Die erste Partie hatten wir sehr gut gespielt, die ganze Zeit geführt und dann aufgrund ungerechtfertigter Hinausstellungen noch den Ausgleich kassiert, da waren meine Spieler psychisch durch. Dann haben wir auch das Fünf-Meter-Schießen verloren. Aber das zweite Spiel haben wir souverän gewonnen.

In Ihrem Team sind einige Spieler mit Mitte 20 schon ganz erfahren. Haben es die alten Hasen herausgerissen?

Wodarz: Es ist definitiv so. Vor allem in Auswärtsspielen, bei denen der Grundstein für den Ligaerhalt gelegt wurde, war die psychische Belastung für die jungen Spieler sehr hoch. Als sie da ihre Schwierigkeiten hatten, haben es die alten Hasen gemacht.

Und die Jungen dürften trotz der Anspannung viel gelernt haben ...

Wodarz: Ich hoffe es. Gerade in solchen entscheidenden Spielen, wo es eng zugeht, lernt man dazu.

Sind schon irgendwelche Veränderungen im Kader absehbar?

Wodarz: Da sind noch nicht alle Gespräche geführt worden. Insgesamt darf man nicht vergessen, dass es bei uns um Amateursport geht und Beruf und Schule Vorrang haben. Nichtsdestotrotz hoffen wir, den jetzigen Kader so halten zu können und uns auch ein bisschen verstärken zu können.

Was ist mit Ihnen. Bleiben Sie auf der Trainerbank?

Wodarz (lacht): Mir bleibt ja nichts anderes übrig. Nein, im Ernst: Es ist ja kein Geheimnis, dass die älteren Spieler auch mal Aufgaben im Verein übernehmen sollen, damit nicht alles an Irek Luczak (Abteilungsleiter) oder mir hängenbleibt. Irek wird ab nächstes Jahr kürzer treten. Ich mache jetzt weiter und ich mache das auch gerne. Diese Belastung ist Teil meines Lebens geworden. Ich will die Jungs auch nicht im Stich lassen.

Was hätte ein Abstieg aus der ersten Liga für den Verein bedeutet?

Wodarz: Unter Umständen hätte es einen Bruch in der Mannschaft gegeben. Der ein oder andere ältere Spieler hätte vielleicht aufgehört. Nur wenn wir hochklassig spielen, können wir unsere jungene Spieler auch auf dieses Niveau bringen. In der zweiten Liga ist das Niveau deutlich niedriger. Das ist die sportliche Sache. Ein weiterer Punkt ist aber auch: Die erste Mannschaft ist auch ein Zugpferd für unsere Sponsoren. Und für die ist es natürlich attraktiver, wenn wir erstklassig sind.

Waren das die aufreibendsten Wochen in all den Jahren, in denen Sie bei den Weidenern Wasserballern tätig sind?

Wodarz: Auf so was kann ich verzichten. Definitiv. Wir mussten feststellen, unser Kader ist zu klein. Wir mussten viel improvisieren. Viele Spiele haben wir gegen Ende verloren, weil wir auf der Bank zu schwach waren. Wir haben uns oft gut geschlagen. Aber es ist noch einmal gut gegangen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.