"Greening" bringt bares Geld

Am 1. Januar 2015 sind grundlegende Änderungen bei den EU-Direktzahlungen in Kraft getreten, die auf der EU-Agrarreform und den Beschlüssen zu deren nationaler Umsetzung beruhen. Der BBV informierte darüber. Im Bild von links: Josef Völkl Abteilung Förderung AELF, Landwirtschaftsdirektor Peter Gaach, stellvertretender BBV-Kreisobmann Karl Bäumler, Referent BBV-Direktor Matthias Borst, Greening-Berater Peter Schießl und BBV-Geschäftsführer Hans Winter. Bild: Dobmeier

Weniger Geld, mehr Flächenstilllegung, wachsende Bürokratie beim Bestellen der Felder: Mit Beginn des Jahres traten grundlegende Änderungen bei den Direktzahlungen durch die EU-Agrarreform in Kraft. Diese bieten auch Chancen.

Im Direktzahlungen-Durchführungsgesetz werden weitere Voraussetzungen für die Anerkennung bestimmter Flächennutzungen als ökologische Vorrangflächen festgelegt. Diese stellen einen ausgewogenen Kompromiss zwischen zusätzlichem Umweltnutzen und ackerbaulichen Erfordernissen dar.

Ohne Einsatz des Bauernverbandes (BBV) hätte sich die EU-Agrarpolitik wesentlich negativer ausgewirkt, als sich das nach dem heutigen Stand darstellt, erläuterte BBV-Direktor Matthias Borst in seinem Referat zu Betriebsprämien, Zahlungsansprüchen, "Greening" und Co. im vollen Postkellersaal. "Nehmen Sie ,Greening' ernst", mahnte Borst und spielte dabei auf die Prämienzahlungen an. Stellvertretender BBV-Kreisobmann Karl Bäumler hatte die Berufskollegen begrüßt.

Nicht älter als 40

Das neue Direktzahlungssystem besteht aus einer Basisprämie (175 Euro je Hektar) und einer Greening-Zahlung (ca. 88 Euro/Hektar). In den Genuss der Junglandwirteförderung kommen Betriebsinhaber, die im Jahr der Antragstellung nicht älter als 40 Jahre sind. Sie erhalten einen Zuschlag von rund 44 Euro/Hektar sowie zusätzliche Gelder für die ersten Hektare.

Hecken erhalten

"Greening" erstreckt sich auf den Erhalt von Dauergrünlandflächen, die Vielfalt beim Anbau von Kulturen auf Ackerflächen sowie die Bereitstellung "ökologischer Vorrangflächen" auf fünf Prozent des Ackerlandes. Damit werden Leistungen der Landwirtschaft für den Klimaschutz, die Erhaltung von Arten, vielfältige Kulturlandschaften und eine nachhaltige Produktion gefördert, beispielsweise durch den Bestand an Hecken, Feldrainen, Einzelbäumen oder als Pufferstreifen zu Gewässern, die mit unterschiedlicher Wertigkeit nach Faktoren berechnet werden.

Im Bundesgebiet gibt es noch regional unterschiedliche Prämien von zunächst 154 Euro/ha bis 191 Euro/ha, die bis 2019 schrittweise auf rund 175 Euro/ha angeglichen werden. Zusätzlich zur Basisprämie werden rund 85 Euro/ha im Rahmen des "Greenings" für konkrete Umweltleistungen gewährt. Alle Betriebe bekommen für die ersten 30 ha zusätzlich etwa 50 Euro/ha, für weitere 16 ha etwa 30 Euro/ha. Mit einem Zuschlag für die ersten Hektare werden kleine und mittlere Betriebe bis 95 Hektar spürbar besser gestellt. Sehr kleine Betriebe mit weniger als 1250 Euro Förderanspruch erhalten die Befreiung von "Greening" ab diesem Jahr durch eine spezielle Kleinlandwirteregelung. "Die Neuzuteilung der Zahlungsansprüche für beihilfefähige Flächen muss über den Mehrfachantrag bis 15. Mai erfolgen", erläuterte Direktor Borst.

Von der Anbau-Diversifizierung sind Betriebe mit bis zu 10 Hektar Ackerland freigestellt. Landwirte mit 10 bis 30 Hektar Ackerland müssen mindestens zwei Kulturen anbauen. Dabei darf der Flächenanteil der Hauptkultur 75 Prozent nicht überschreiten. Betriebe mit über 30 Hektar Ackerland unterliegen der Verpflichtung, mindestens drei Kulturen anzubauen, wobei der Flächenanteil der Hauptkultur nicht mehr als 75 Prozent und der Flächenanteil der ersten beiden Kulturen zusammen nicht mehr als 95 Prozent betragen darf.

Die Bürokratie beackern

Der Bauernverband und das AELF bieten gebührenpflichtige Beratungen zu "Greening" und Co. an, um die bürokratischen Feinheiten der Antragstellung zu beackern.
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