"Greening" ein weites Feld

Neue Regelungen erläuterten (von links) BBV-Geschäftsführer Hans Winter, der Weidener Ortsobmann Alois Lukas und Kreisobmann Josef Fütterer den Landwirten. Bild: Dobmeier

Die Sanktionen gegen Russland bekommen auch die Oberpfälzer Landwirte zu spüren. Die Folge: Preisverfall bei Milch und Getreide.

Überangebot drückt auf den Preis: Bei der Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes im "Postkeller" wies Alois Lukas auf den Preisverfall bei Milch und Getreide hin. Grund sind die Sanktionen gegen Russland. Der Weidener Ortsobmann riet den Landwirten, sich mit Zwischenfruchtsaatgut rechtzeitig einzudecken, um für das "Greening" gut gerüstet zu sein.

Dieses "Greening" war das eigentliche Thema. Am 28. November hatte der Bundesrat die "Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung" beschlossen, die ab 2015 ergänzende Details zum "Greening" regelt. Josef Fütterer erläuterte die neuen Prämienverordnungen für landwirtschaftliche Betriebe. Kernpunkte des Entwurfs der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung sind Umsetzungsdetails beim "Greening", die jeder Landwirt als neue Kriterien für die Direktzahlungen ab 2015 zu beachten hat. "Greening" umfasst die Bereiche Anbaudiversifizierung, Umbruchverbot für Dauergrünland sowie ökologische Vorrangflächen. Die Basisprämie beträgt ab 2015 in Bayern 187 Euro je Hektar, ab 2019 bundesweit 175 Euro.

Freistellung möglich

Unter die Bestimmungen der Anbaudiversifizierung fallen Betriebe über 30 Hektar Ackerfläche. Laut Fütterer müssen dann mindestens drei Kulturen angebaut werden. Die größte Hauptfrucht darf maximal 75 Prozent der vorhandenen Fläche einnehmen. Bei Höfen über 15 Hektar fordert das "Greening" fünf Prozent ökologische Vorrangfläche. Anrechenbar sind mit Bewertungsfaktoren beispielsweise Hecken, Gewässer- und Feldrain- oder Pufferstreifen sowie Einzelbäume. Eine Kleinerzeugerregelung ermöglicht Betrieben von 4 bis 5 Hektar Pauschalen mit 1250 Euro und Greening-Freistellung.

Josef Fütterer informierte zudem über das Umbruchverbot für Dauergrünland seit 7. Juni. Nur mit Genehmigung des Landwirtschaftsamtes ist demnach ein Umbruch möglich. Bei der Umverteilungsprämie beträgt der Zuschlag 50 Euro/Hektar für die ersten 30 Hektar und 30 Euro für die weiteren 16 Hektar - maximal 1980 Euro Höchstbetrag je Betrieb. Junglandwirte unter 40 Jahren können einen Zuschlag zur Basisprämie erhalten (Höchstförderzeitraum 5 Jahre).

Der Landwirt muss den Düngemittelbedarf je Hektar ermitteln, um das Grundwasser zu schonen. Bei der Novellierung der Verordnung gelten neue Ausbringsperrfristen. Für Ackerland beginnt diese nach Ernte der Hauptfrucht bis 31. Januar, bei Grünland erfolgt eine Ausweitung von zweieinhalb auf drei Monate vom 1. November bis 31. Januar, mit der Möglichkeit auf vier Wochen Verschiebefrist. Neue Verordnungen gibt es zur Lagerkapazität von Gülle.

BBV-Geschäftsführer Hans Winter referierte über die neuen Vorschussverfahren bei der Berufsgenossenschaft. Anstelle der Vorschusszahlungen mit je 40 Prozent Abschlag würden am 15. Januar bereits 80 Prozent des Zahlbetrages fällig.
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