Grenzsteine sicher im Blick

Fritz Pschierer (Dritter von rechts) löst Fritz Müller (Dritter von links) als Feldgeschworener ab. Fritz Müller musste das eigentlich auf Lebenszeit verliehene Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Vereidigt wurde der "Neue" im Beisein von (von links) Erhard Neudecker (Vorsitzender des Gutachterausschusses), Fritz Müller, Feldgeschworenen-Obmann Hans Mühlbauer, (Fritz Pschierer), Reinhold Gailer (Amt für öffentliche Ordnung) und Dipl.-Ing. Anton Hösl (Vermessungsamt Weiden). Bild: hfz

Nur in besonderen Ausnahmefällen können Feldgeschworene ihr Amt niederlegen. Fritz Müller musste dies aus gesundheitlichen Gründen tun. Zu seinem Nachfolger wurde Fritz Pschierer bestellt.

Weiden. Der Hauptverwaltungs- und Umweltausschuss der Stadt hatte Fritz Pschierer bereits im Oktober zum neuen Feldgeschworener im Bezirk Weiden bestellt. Die Verpflichtung gilt in der Regel auf Lebenszeit und fand am Donnerstag im Amt für öffentliche Ordnung statt. Pschierer leistete einen Eid auf die gewissenhafte und unparteiische Erfüllung der Amtspflichten.

Seit jeher ist es üblich, die sogenannte Abmarkung - das heißt die Sicherung der Grundstücksgrenzen - ausgewählten, alteingesessenen Gemeindebürgern anzuvertrauen. Sie nehmen Abmarkungen vor und wachen über Grenzsteine. Sie wissen über die örtlichen Verhältnisse in ihrer Gemeinde genau Bescheid, genießen das besondere Vertrauen ihrer Mitbürger und arbeiten mit der staatlichen Vermessungsbehörde zusammen. Feldgeschworene - auch Siebener genannt - genießen hohes Ansehen. Dazu trägt das sogenannte Siebener-Geheimnis bei, jene nur mündlich an den Nachfolger weitergegebenen Zeichen. Anhand dieser Zeichen kann der Eingeweihte erkennen, ob ein Grenzstein von einem Unbefugten ausgegraben und an anderer Stelle gesetzt wurde.

Seit mehr als 140 Jahren ist die Institution der Feldgeschworenen - eines der ältesten kommunalen Ehrenämter - in Bayern gesetzlich verankert. Landesweit sind rund 21 000 Feldgeschworene tätig. Rechtliche Instrumente bilden das Abmarkungsgesetz, die Feldgeschworenen-Ordnung und -Bekanntmachung.

Obwohl bei Grundstücksangelegenheiten erhebliche Werte im Spiel sind, mussten zur Abmarkungstätigkeit der Feldgeschworenen bisher kaum Gerichte und Aufsichtsbehörden tätig werden. Diese Tatsache zeigt, wie zuverlässig die Feldgeschworenen arbeiten.
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