Großprojekt als Großchance

Noch mal einen genauen Blick auf die Stadtgalerie wollte die SPD-Mitte um Vorsitzenden Wolfgang Göldner (Vierter von links) werfen. Details erläuterte Stadträtin Hildegard Burger (Zweite von links). Bild: Kunz

Kritik am neuen Einkaufszentrum? Nicht mit der SPD. Bei einem Vortrag zeichnete Stadträtin Hildegard Burger noch einmal ein rundum positives Bild des Großvorhabens. Böse Töne gab es zwar auch. Die gingen aber in eine andere Richtung.

Die Verkaufsfläche in der Stadtgalerie wird etwas mehr als doppelt so groß sein wie die im ehemaligen Hertie. Von überdimensionalen Verhältnissen könne also überhaupt keine Rede sein, bilanzierte die SPD-Stadtmitte, die das Bauvorhaben des Münchener Investors Fondara noch einmal genau beleuchtete. Dazu hatte Vorsitzender Wolfgang Göldner die Sprecherin im Bau- und Planungsausschuss, Stadträtin Hildegard Burger, als Referentin ins "Iblacker" geladen. Göldner: "Ich erwarte mir viele neue Arbeitsplätze und Angebote, die vor allem auch die Jugend ansprechen." Weiden brauche einen neuen Einkaufsmagneten.

Auf Kritik stieß der Reineke-Fuchs-Auftritt von Architekt Heiner Schreml, der sich am Rathaus-Pranger negativ über den Stadtrat ausgelassen hatte (wir berichteten). "Hier argumentiert jemand, der im neuen Einkaufszentrum Eigennutz sieht", sagte Burger. "Wir vom Stadtrat sind aber nur dem Wohl der Bürger verpflichtet und wir sind nicht von Eigennutz getrieben."

Oberbürgermeister und SPD-Fraktion hätten das Projekt forciert. Im Herbst 2017 solle die Stadtgalerie eröffnen. Der Bauplatz umfasse 18 950 Quadratmeter. Die Ladenfläche werde 13 700 Quadratmeter betragen, davon seien 307 Quadratmeter für den Gastrobereich und 84 für Dienstleister wie einen Frisör vorgesehen. Im Parkhaus solle es 481 Stellplätze geben, die auch an Anwohner vermietet würden. Die Zufahrt sei über die Wolframstraße, die Ausfahrt über die Sedanstraße geplant. "Es gibt keine Überschneidungen." Probeweise sei nach Fertigstellung eine Verkehrsberuhigung der "Innenstadtspange" geplant.

90 Prozent der Aufträge bekämen lokale Firmen. Das Bauvorhaben sei umso wichtiger, weil durch den Verlust von Hertie 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche von vormals 44 700 Quadratmetern im Jahr 2008 im gesamten Stadtgebiet verlorengegangen seien. Die Haupteingänge in die Stadtgalerie würden gegenüber C &A und am Macerata-Platz eingerichtet. Hinzu kämen zwei Nebeneingänge in der Mohren- und Goethestraße. "Damit sind die wichtigsten Verkehrsanbindungen abgedeckt." Derzeit seien noch keine Mietverträge unterzeichnet. Aber die Resonanz sei groß. Außerdem seien zwischenzeitlich zwei Klagen gegen die Teilbaugenehmigung vom 18. August und eine gegen den Bebauungsplan vom 27. Juli eingegangen, die allerdings keine aufschiebende Wirkung hätten. Fondara sehe ihnen gelassen entgegen.

Vom Bauträger verspreche man sich später auch viel Werbewirksamkeit, weil er ein eigenes Marketing betreiben wolle. Fondara wolle auch eng mit "Pro Weiden" zusammenarbeiten. "Der Einzelhandel in Weiden konkurriert nicht mit der Stadtgalerie, sondern mit anderen Städten." Was ebenfalls geplant sei: Ein Fahrradabstellplatz mit Stromanschlussstelle für E-Bikes. Ferner gebe es im Gebäude kostenloses Wlan und eine Galerie, mietfrei für Kunstvereine. Burger: "Der Stadtrat hat seine Hausaufgaben gemacht und die Innenstadt aufgewertet."
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