Gullydeckel verfehlt Auto knapp

Der Tatort: Von dieser Brücke zwischen Ullersricht und Neubau hat ein Unbekannter einen Gullydeckel auf die A 93 geworfen. Vier Autofahrer erlitten dadurch Blechschaden, einer wurde leicht verletzt. Bild: Steinbacher

Montag, 22:05 Uhr: Eine Weidenerin (33) fährt auf der A 93 in Richtung Hof. Von der Brücke nach Neubau kracht plötzlich ein schwerer Gegenstand auf die Fahrbahn. Die Frau hat Glück. Ihr Wagen wird lediglich an der Stoßstange beschädigt. Sie selbst bleibt unverletzt, ebenso wie ihr 32-jähriger Beifahrer.

Weiden. (ps) Die beiden bleiben nicht die einzigen, die in dieser Nacht offenbar einen Schutzengel haben. Drei weitere Autofahrer sind nach Angaben der Polizei über den auf der Fahrbahn liegenden Gullydeckel gefahren. Zunächst ein 22-Jähriger aus Altenstadt/WN, dessen Skoda an der rechten Fahrzeugseite beschädigt wird. Auch die beiden Reifen und Felgen rechts werden demoliert. Der junge Mann trug nach Auskunft von Pressesprecher Stefan Hartl (Polizeipräsidium Oberpfalz) als einziger eine Verletzung davon. Er klagte über Schmerzen in der Schulter. Unverletzt blieben dagegen ein Mitterteicher (53) und eine 23-Jährige aus Grafenwöhr, die ebenfalls allein unterwegs waren. Auch bei ihren Autos wurden Reifen und Felgen auf der rechten Fahrzeugseite in Mitleidenschaft gezogen. Der Gesamtschaden an den vier Autos fällt mit rund 5500 Euro relativ gering aus.

Das ist allerdings nicht das Verdienst des Täters, der den Kanaldeckel laut Polizei von der Brücke der Neubaustraße hochgehoben und auf die darunterliegende Fahrbahn geworfen hat. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg. Dafür meldeten sich die drei weiteren Opfer, die nur knapp einem Unglück entgangen sind.

Die Kripo Weiden ermittelt deshalb derzeit in Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei Weiden gegen Unbekannt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Es ist aber durchaus noch möglich, dass die Anklage später auf versuchten Mord lauten wird, erklärt Leitender Staatsanwalt Gerd Schäfer dazu. "Das kommt darauf an, wie die speziellen Umstände bei der Tat waren, sprich ob der Täter den Tod eines Verkehrsteilnehmers billigend in Kauf genommen hat." Selbst ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr sei bereits ein Verbrechen, das mit einer Freiheitsstrafe von 1 bis 15 Jahren geahndet werde, falls die Absicht dahintersteckte, ein Unglück herbeizuführen. Schäfer: "Davon gehen wir in diesem Fall aus." Sollte die Tat jedoch als versuchter Mord gewertet werden, beträgt das Strafmaß im Höchstfall sogar lebenslang.
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