Gute Beziehungen

Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Eine Entwicklung kam in Gang, die zur Staatsgründung der Türkei führte. Eine Geschichtsstunde mit Stadträtin Dr. Sema Tasali-Stoll.

Zu einem Austausch zu deutsch-türkischen Beziehungen hieß Herbert Schmid die Besucher im Bürgersaal des Stadtteilzentrums Stockerhut willkommen. Anlass war eine Folge der Veranstaltungsreihe "Abraham" im Zuge des Programms "Toleranz fördern, Kompetenz stärken". Als Gastgeber fungierte der Sportverein Anadoluspor mit Vorsitzendem Akkaya Hayrettin und Sprecher Mutafa Köksal.

Weidener Orientalist

Schmid nannte den gebürtigen Weidener Orientalisten und Schriftsteller Franz Barbinger als Beispiel für die traditionellen Beziehungen zum Bosporus. "Mehmed, der Eroberer und seine Zeit", "Quellen zur Geschichte des Osmanischen Reiches" und die "Geschichte der Balkanländer" seien Standardwerke aus der Feder des Professors, der in München einen Lehrstuhl für Türkologie inne hatte. Schmid regte an, eine Straße nach Barbinger zu benennen.

Im Sommer 2014 jährte sich zum 100. Mal der Jahrestag des deutsch-türkischen Bündnisvertrags vom 2. August 1914, erinnerte Dr. Sema Tasali-Stoll. Darin versprach das in Auflösung befindliche osmanische Reich, den Deutschen bei Feindseligkeiten Russlands beizustehen. Im Ersten Weltkrieg bildete das osmanische Reich mit dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Bulgarien die Mittelmächte, die vom Bündnis Russland, Frankreich, Großbritannien und ab 1915 Italien besiegt wurden. Die türkische Republik ist der Nachfolgestaat des osmanischen Reiches, das seit 1300 bestanden hatte. Mit dem Vertrag von Lausanne 1923 erkannten die Siegermächte des Ersten Weltkriegs die neu gegründete Türkische Republik an.

Ex-MdB Werner Schieder warnte im Falle von wirtschaftlichen Misserfolgen vor einem Nährboden für Gewalt in der islamischen Welt. Mustafa Köksal fand es wichtig, die Demokratie zu leben und miteinander Kontakte zu pflegen.
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