"Gute Fee" mit Beatmungsmaske

Nun noch den Gürtel umschnallen - Oberfeuerwehrmann Hans Ertl hilft. Und ruckzuck wird der elfjährige Kyriakos zum Kollegen.

Sirenen heulen. "Stopp, Polizei" schallt es über den Platz vor dem Alten Rathaus. Hinterher hallt lautes Kinderlachen. Der Aktionstag "Gute Fee", bei dem sich Helfer in Not den Kleinsten der Stadt präsentieren, kommt hörbar gut an.

Lässig sieht Fabian Fischer aus, wie er in seinen bunten Sommershorts beschwingt in das Heck des Krankenwagens krabbelt. Eine Minute später guckt der Zweitklässler der Hans-Schelter-Grundschule ziemlich skeptisch drein. Denn Rettungsassistentin Julia Glaser will zeigen, wie das Rote Kreuz arbeitet. Sie bittet Fabian auf die Trage, schnallt ihn an und setzt ihm die Beatmungsmaske aufs Gesicht. Unter dem Besuch einer Aktion mit dem Titel "Gute Fee" hat sich Fabian am Freitagvormittag augenscheinlich etwas Entspannteres vorgestellt.

Fürs große Durchschnaufen bleibt bei der Aktion des Stadtmarketingvereins "Pro Weiden" aber keine Zeit. Hunderte Kinder aus den Krippen, den Kindergärten und den Grundschulen der Stadt wollen innerhalb von drei Stunden vor dem Alten Rathaus die Helfer in Not kennenlernen.

Also rauf auf das Motorrad der Polizei, ran an das Funkgerät im Dienstauto, rein in die Kluft eines Feuerwehrmannes und hoch mit dem Spreizer des Technischen Hilfswerks. Flugs noch den besten Freund in den Rollstuhl gepackt, und los geht die Fahrt über die Slalomstrecke. "Pffff", macht Marcus nur. Einen Rollstuhl mit seinem Freund Christoph (6) zu schieben, hat sich der Fünfjährige aus dem Kindergarten St. Johannes leichter vorgestellt.

Leicht zu verstehen ist das mit dem "Gute Fee"-Logo: Klebt es außen etwa an einer Ladentür, wird den Kindern drinnen prompt geholfen, wenn die Mama verschwunden oder das Knie aufgekratzt ist. Weit über 70 Einrichtungen in Weiden machen bereits mit. Auch das erfahren die Teilnehmer der Aktion, die das Medienhaus "Der neue Tag" präsentiert. Der Stadtmarketingverein hat sie für mehr Kinderfreundlichkeit in Weiden bereits 2007 initiiert.

Auch die Kinder leisten ihren Beitrag: Fleißig packen sie die Ausweise ein, auf denen sie noch ihren Namen und die Telefonnummer der Eltern verewigen müssen - nur für den Notfall, für eine "Gute Fee" in der Stadt.
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