Habe die Ehre zum Jubiläum

Von 2001 bis 2014 war die jetzige sächsische Sozialministerin Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz. In dieser Zeit hat Barbara Klepsch die Städtepartnerschaft mit Weiden massiv gefördert. Für ihre Verdienste zeichnete sie der Stadtrat einstimmig mit der Ehrenbürgerwürde aus. OB Kurt Seggewiß überreichte die Urkunde. Bild: Karin Wilck
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
28.06.2015
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Vor 137 Jahren hat die Stadt Weiden erstmals in ihrer Geschichte die Ehrenbürgerwürde verliehen. Wie Handelsminister Gustav von Schlör am 7. Januar 1878 zusammen mit dem ebenfalls geehrten Staatsrat Josef Ritter von Herrmann reagiert hat, ist nicht überliefert. Bei Barbara Klepsch haben am Samstag alle Festgäste im Neuen Rathaus mitbekommen, dass sie ihre Gefühle nicht verbergen konnte und wohl auch nicht wollte.

Der Rahmen war perfekt gewählt: Ein Bürgerfest wie aus dem Bilderbuch, eine familiäre und lockere Atmosphäre beim Festakt zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft von Annaberg-Buchholz und Weiden - und viele Begegnungen zwischen den Bürgern aller Partnerstädte.

Dass es dazu kommt, ist auch ein Verdienst der langjährigen Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz, Barbara Klepsch, seit November 2014 Sozialministerin in Sachsen. Sie habe sich in besonderem Maße verdient gemacht, lobte OB Kurt Seggewiß die Ex-Kollegin. Bei der Neuorientierung der Stadtverwaltung, der Lehrlingsausbildung, in der Stadtplanung, beim Umweltschutz sowie in der Wirtschaft, in der Kultur und im Sport habe sie zahlreiche gemeinsame Projekte angestoßen.

"Du, liebe Barbara, hast den Austausch unserer Städte wesentlich und nachhaltig zu einer Erfolgsstory gemacht", sagte Seggewiß beim Festakt am Samstag. Deshalb habe der Stadtrat einstimmig beschlossen, ihr die Ehrenbürgerwürde zu verleihen, die 33. Auszeichnung in der Geschichte der Stadt Weiden. Und wie Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz als Moderatorin der Veranstaltung treffend anmerkte, sei Barbara Klepsch nach Maria Seltmann erst die zweite Frau mit dieser besonderen Auszeichnung. "Über das Verhältnis sollte man mal nachdenken."

Bilder von Karin Wilck


Sie sei von ihren Gefühlen überwältigt, gestand die Geehrte in der Dankesrede. Mit bewegter Stimme sprach sie von einer außerordentlich großen Freude und der Hoffnung, dass sie der übertragenen Würde gerecht werden könne. Nicht im Ansatz habe man in Annaberg-Buchholz mit dieser Hilfsbereitschaft und diesem Engagement der Weidener gerechnet, bekannte Klepsch. Weiden sei ein Ort der Freude, der Geborgenheit und tiefer Freundschaft. Wörtlich sagte die neue Ehrenbürgerin: "Beim Heimfahren ist immer ein Stück meines Herzens in Weiden geblieben."

Persönlich bedankte sich Barbara Klepsch beim Ehepaar Seggewiß für die offene, unkomplizierte und warmherzige Art. Die Ehrung nehme sie stellvertretend entgegen für die unzähligen Bürger, die diese Partnerschaft tragen.

Fünf von ihnen wurden in der Festsitzung auch noch geehrt. Sie erhielten den von der Künstlerin Melita Todorovic gestalteten Ehrenpreis (die Weltkugel, gebettet auf den Zweigen eines Weiden-Baumes). Das Ehepaar Ilse und Heribert Stock war unter anderem maßgeblich an Bau und Einrichtung des Kindergartens St. Michael beteiligt, der 1990 eingeweiht wurde. Seit 25 Jahren pflegen die Schützen Hans-Jürgen Rudnik und Dietmar Lang ihre und die Freundschaft der Schützen. Mann der ersten Stunde ist auch Holger Trautmann, Leiter der inneren Verwaltung in Annaberg-Buchholz.

Über die Reden der beiden Oberbürgermeister, Rolf Schmidt (Annaberg-Buchholz) und Kurt Seggewiß (Weiden), zum 25-jährigen Jubiläum der Partnerschaft berichteten wir in der Dienstag-Ausgabe.
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