Händewaschen macht Keime nass

Hygienefachkräfte des Klinikums und des Gesundheitsamtes informierten über den Umgang mit multiresistenten Erregern (MRE). Gerade zu Hause gebe es viele Präventionsmöglichkeiten. Bild: Dobmeier

Keime sind in aller Munde. Bei Diskussionen vor allem über die multiresistenten Formen und deren Gefahrenpotenzial kann es schon mal heiß hergehen. Zum Problem aber werden sie frühestens, wenn sie unter die Haut gehen. Das Klinikum gibt Hygienetipps auch für Zuhause.

Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, das in etwa bei jedem dritten Menschen auf Haut und Schleimhaut vorkommt. Meist ruft es keine gesundheitlichen Beschwerden hervor. Die Keime können allerdings Infektionen verursachen. Und zwar unangenehme. Vor allem Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind damit konfrontiert. Wie multiresistenten Erregern (MRE) auch schon zu Hause begegnet werden kann, darüber haben jetzt die Abteilung Hygiene der Kliniken Nordoberpfalz AG, das Gesundheitsamt Neustadt und die "Klinik-Kompetenz Bayern" informiert. Ein ganz heißer Tipp: regelmäßiges Händewaschen (siehe auch Info-Kasten).

Stefany Dürr, ärztliche Leiterin der Abteilung Hygiene, unterschied zwischen Erregern, die eine Krankheit hervorrufen, Keimen als potenzielle krankheitserregende Mikroorganismen, Bakterien als einzellige Mikroorganismen und Viren, die sich nur innerhalb einer Wirtszelle vermehren können. Bakterien könnten ohne Menschen überleben, aber Menschen nicht ohne Bakterien. "Mit über zwei Millionen Bakterien leben wir in Symbiose, da sie Stoffwechselzwischenschritte übernehmen", erläuterte Dürr. Wenn aber die Abwehr geschädigt sei, könne man durch eigene Keime erkranken. Hier helfen im Normalfall Antibiotika. Multiresistente Erreger aber entzögen sich der Behandlung, was auch dem Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin geschuldet sei, sagte Dürr.

Die MRE-Übertragung geschehe durch direkten Kontakt zu erregerhaltigen Sekreten, zu Körperflüssigkeiten oder durch indirekten Kontakt über kontaminierte Flächen. Man unterscheide Kontamination (vorübergehende Verunreinigung), Kolonisation (Tragen von Mikroorganismen ohne Ausbruch von Krankheitssymptomen) und der Infektion mit dem Eindringen von Mikroorganismen mit Ausbruch einer Krankheit.

Vom Gesundheitsamt stellte Leiter Dr. Thomas Holtmeier die Kontrollaufgaben bei MRE im Hygienenetzwerk in Kliniken, Heimen und Arztpraxen vor. Informationen dazu gibt es auch im Internet.
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