Haft auf Bewährung für vierfache Mutter - Monatlich 1424 Euro zu viel bezogen
Zu Unrecht Hartz IV kassiert

Weiden. (rns) Weil sie drei Monate lang zu Unrecht Hartz IV-Leistungen bezogen hatte, verurteilte Strafrichter Roland Güll eine 51-Jährige zu vier Monaten auf Bewährung und 60 gemeinnützigen Arbeitsstunden.

Nach der Anklage von Staatsanwältin Daniela Kotzbauer hatte es die Mutter von vier Kindern versäumt, die Aufnahme einer Vollzeitstelle dem Job-Center zu melden. Dadurch seien der Frau 1424 Euro für ihre dreiköpfige Bedarfsgemeinschaft zugeflossen, die ihr nicht zugestanden hätten. Nach einer schweren Erkrankung war die Geschiedene nicht mehr in Vollzeit arbeitsfähig gewesen und hatte als "Aufstockerin" Leistungen bezogen. Als sie schließlich wieder eine Ganztagesstelle bekam, soll die Weidenerin dies der Agentur drei Monate lang verschwiegen haben.

Die Angeklagte versicherte hartnäckig, sie habe mehrmals vorgesprochen. Jedes Mal seien andere Bearbeiter da gewesen, die sie aber nicht benennen oder beschreiben konnte. Eine Angestellte sagte aus, das Jobcenter habe erst durch einen Datenabgleich Monate später erfahren, dass die gelernte Hauswirtschafterin eine neue Stelle habe. "Untergegangen" könne die Meldung nicht sein, da alles akribisch dokumentiert werde, selbst jeder Anruf. Die Staatsanwältin forderte vier Monate und 100 Arbeitsstunden. Bei den gemeinnützigen Stunden war der Richter etwas gnädiger. Ins "Reich der Ammenmärchen" verwies er, "dass man nicht bemerkt, wenn drei Monate lang Geld auf dem Konto eingeht, das einem nicht gehört".
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