Halle länger gesperrt

Die Notunterkunft an der Berufsschulturnhalle wird länger bleiben. Obwohl Stadt und Helfer am Ende ihrer Kräfte sind, sieht Sozialdezernent Hermann Hubmann die Entwicklung als Chance: "Die Asylbewerber werden unser Sozialsystem bewahren." Bild: Hartl

Die Notunterkunft bei der Berufsschule bleibt längerfristig. Helfer stehen bereits jetzt am Ende ihrer Belastbarkeit. Die Stadt bittet deshalb um Unterstützung.

Es war von Beginn an unwahrscheinlich, dass die Sperrung nur die Sommerferien über dauern würde. Nun ist es auch offiziell: Die Berufsschulturnhalle wird vorerst Notunterkunft für Asylbewerber bleiben. Die Regierung der Oberpfalz habe eine längerfristige Nutzung der Räume angeordnet. Das berichtete Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am Mittwochnachmittag in einer Pressekonferenz.

Auch wenn 38 der insgesamt 100 dort untergebrachten Flüchtlinge am Mittwoch abgereist seien, würden wieder neue dazu kommen. "Die Plätze werden immer wieder aufgefüllt", sagte Seggewiß. Tatsächlich ist die Fluktuation hoch: Nach ein paar Tagen in der Halle werden die Flüchtlinge anderswo unterkommen: 40 Prozent innerhalb Bayerns, 60 Prozent in anderen Bundesländern.

Wie lange die neue Nutzung andauern wird, vermag die Stadt derzeit nicht zu sagen. "Wir kümmern uns um die Probleme, die brennend sind. Wir handeln von Tag zu Tag", erläuterte Sozialdezernent Hermann Hubmann. Umsonst ist das natürlich nicht. Mit den Kosten gehe die Stadt gerade in Vorleistung. "Wir müssen schauen, wie wir uns das von der Regierung wieder holen", so Hubmann.

Die Halle wurde am Wochenende in eine Unterkunft umgewandelt, auch dank vieler Unterstützer von BRK, THW, Feuerwehr und anderen Organisationen. Keine leichte Aufgabe: "Die Helfer sind am Ende ihrer Kräfte", sagte Seggewiß. Deshalb richtet die Stadt einen Appell an die Bürger: "Wir brauchen Menschen, die helfen." Kleiderspenden bei AWO, Caritas und BRK sind willkommen. Vor allem sind Freiwillige gefordert, die vor Ort unterstützen, etwa bei Telefongesprächen helfen, Essen ausgeben oder mit den Kindern spielen. Auch Arabisch sprechende Menschen wären eine große Hilfe. Infos beim Sozialamt, 0961/81-5001.
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