Halter haften für ihre Vierbeiner: Das kann im aktuellen Fall 37.000 Euro kosten
"Der Hund ist kein Reh"

Während so ein Reh niemandem gehört, ist für den Hund dessen Halter verantwortlich. Das kann teuer werden. 37.000 Euro teuer zum Beispiel. So hoch ist der Schaden eines Unfalls, den vermutlich ein die Sailerstraße querender Hund am Dienstagmorgen im Stadtteil Rehbühl verursacht hat. Zurück blieben zwei Autos mit Schrottwert und ein kaputter Gartenzaun (wir berichteten). Der vierbeinige Unfallverursacher aber ist auf der Flucht.

Die Polizei nahm bereits die Fährte auf. Genaueres weiß Sprecher Karl Gaach aber erst nach der Vernehmung der Unfallfahrerin. Besonders die Versicherungen werden wohl gespannt sein auf das Ergebnis. Denn anders als bei einem Wildunfall gibt es bei einer Kollision mit einem Hund vielleicht etwas zu holen - und zwar von dessen Halter.

"Ist der Hundehalter in diesem Zusammenhang ermittelbar, muss er sich sicher fragen lassen, warum sein Vierbeiner mir nichts, dir nichts allein herumspaziert", sagt der Polizeisprecher. Auf die Fragen könnten satte Regressforderungen der Versicherungen der Unfallbeteiligten gegenüber dem Herrchen folgen.

Gut sind Rehhaare im Grill

Soweit zur Besonderheit, wenn Hunde den Weg von Autofahrern kreuzen. Nun zur Regel, dem unfreiwilligen Aufeinandertreffen von Autofahrern und Rehen, und zur Frage, wer hier für den Schaden aufkommt. "In der Bewertung hat sich einiges geändert", weiß der Polizeisprecher. "Früher musste ein Wildunfall nachgewiesen werden, damit die Versicherung zahlt", sagt der Polizeisprecher. Rehhaare im Kühlergrill wären hierbei sehr hilfreich gewesen. Heute seien die Versicherungen kulanter. "Oft genügt bereits ein unbeteiligter Zeuge, der das Reh gesehen hat. Das kann auch der Beifahrer sein." Für den Autofahrer aber, der allein auf das Wild trifft, sehe es versicherungstechnisch "zappenduster" aus.

Vor diesem Hintergrund zieht Gaach das Fazit: "Der Hund ist kein Reh. Wäre der Hund aber ein Reh gewesen, hätte der Autofahrer Pech gehabt." So komme der Hundehalter für Regressforderungen in Frage. Der aber muss bekanntlich noch aufgespürt werden.
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