Hanns-Friedrich-Kaiser beeindruckt mit Orgelkonzert
Alles fußt auf Pedalsolo

Bevor Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser sein Orgelkonzert in St. Michael spielte, blickte er noch kurz in die Kamera. Bild: zpe
Mit einem prägnanten Pedalsolo, dessen Motiv die Grundlage für die Themen der folgenden Abschnitte aus dem vierteiligen Praeludium C-Dur von Dietrich Buxtehude bildete, eröffnete Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser das Orgelkonzert in der Michaelskirche. Nach den Einleitungstakten schob sich ein kurzer, fugierter Abschnitt ein, der wiederum von einem homophonen Präludienteil abgelöst wurde. Es folgten Fuge und Ciacona. Von Johann Sebastian Bach stammte die Choralbearbeitung "Wenn wir in höchsten Nöten sein" aus dem "Orgelbüchlein".

Dann intonierte Kaiser eine "Hommage an Dietrich Buxtehude" des tschechischen zeitgenössischen Komponisten Petr Eben. Die Toccatenfuge stammt aus dem Jahr 1987 und ähnelt im Aufbau und in den Themen Buxtehudes Präludien. Obwohl die Grundtonart C-Dur war, erwies sich das Werk als überaus polytonal, bis hin zum zwölftönig angelegten Thema des Scherzo.

Wiederum intonierte der Kirchenmusikdirektor Bachs Choralbearbeitung "Wenn wir in höchsten Nöten sein", nur diesmal aus den "18 Leipziger Chorälen".

Das Finale war die Symphonie Nr. 3 fis-moll für Orgel opus 28 aus der Tonwerkstatt von Louis Vierne. Hier zeigte sich, dass neben den schönen melodischen Eingebungen und den bisweilen überraschend bizarren Einfällen der Scherzi und Intermezzi es vor allem die Chromatik war, die Viernes Stil kennzeichnete.
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