Heimat ist auch Neuanfang

"CHORisma" unter der Leitung von Larissa Burgardt interpretierte auch "Wo meine Sonne scheint" von Harry Belafonte.

"Vertreibungen sind Unrecht - gestern und heute." Mit diesem Leitsatz hat der Bund der vertriebenen den Bogen von den Flüchtlingsdramen der Vergangenheit zu denen der Gegenwart gespannt, lobte Bürgermeister Jens Meyer. Am "Tag der Heimat" an Unrecht zu erinnern, sei ein wertvoller Beitrag, den Anfängen zu wehren.

Im August 1945 habe die amtliche Statistik 8624 Vertriebene allein in Weiden ausgewiesen, berichtete Bügermeister Meyer als Schirmherr des "Tages der Heimat" in der Max-Reger-Halle. "Heimat ist nicht nur ein Wort", Heimat könne "Landschaft, Erinnerung, Sprache, Kultur, Tradition und Brauchtum" sein, stellte er fest. Im Beisein von gut 400 Vertretern der Weidener Vereinslandschaft sagte Meyer, dass "Heimat" auch "Neuanfang" sein könne, was die Deutschen gezeigt hätten, die nach dem Krieg "von heute auf morgen" ihre Heimat verlassen mussten.

Heuer habe der Bund der Vertriebenen mit dem Leitsatz "Vertreibungen sind Unrecht - gestern und heute" den Bogen von den Flüchtlingsdramen der Vergangenheit zu denen der Gegenwart gespannt, so Meyer. Der Heimatring und seine angeschlossenen Vereine trügen ein gutes Stück zur Integration von Neubürgern bei. Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl erinnerte an 14 Millionen Deutsche, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden oder fliehen mussten. Die jetzigen Vertriebenen hätten mit den damals Vertriebenen eines gemeinsam: "Sie verloren ihre Heimat", stellte Magerl fest.

Großes Programm

Moderiert von Norbert Uschald gestalteten zahlreiche Heimatring-Vereine ein abwechslungsreiches Programm. Die Weidener Stadt- und Jugendblaskapelle unter der Leitung von Hubert Rupprecht unterhielt mit der "Prager Polka", dem "Egerländer Marsch", der "Fuchsgrabenpolka" und dem "Kufsteinlied". Die Erwachsenentanzgruppe des Volkstrachtenerhaltungsvereins "D'Altbairischen" unter der Leitung von Wilhelm Binner glänzte mit der "Bauernpolka" und dem Volkstanz "Dreitour". Für die "Nordoberpfälzer Musikfreunde" erklommen die "Seebauer-Moidln" die Bühne. Sie begeisterten mit selbst komponierten und getexteten Liedern über die Oberpfalz: "Heimatgedanken" und "Nur wer seine Heimat kennt".

Auch Gedichte

Wortbeiträge über das schöne Ostpreußen-Land von Norbert Uschald bestätigten: "Nicht mehr heimkommen zu dürfen, ist ein hartes Los." In die gleiche Kerbe schlug Dr. Rainer Wagner, der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit seinem Bericht über den "Schönhengstgau", die ehedem größte deutsche Sprachinsel zwischen Böhmen und Mähren. "Aus der Hoamat, unnan Egerland" berichteten Johanna Häupler und Dudelsackspieler Ernst Rubner mit dem Lied "Am Weiherdamm" und dem Gedicht "Was ist Heimat?". Helfen bei der Antwort werde auf jeden Fall der Text: "Heimat wird auch bleiben, wenn wir Neid und Hass vertreiben."

Die Sängergruppe "CHORisma" unter der Leitung von Larissa Burgardt intonierte "Grüße an die Heimat", "Jeder neue Tag" und "Wo meine Sonne scheint" von Harry Belanfonte. In großer Besetzung trat das Weidener Akkordeonorchester unter der Leitung von Karin Dittrich auf. "Rauschende Birken", "Bergsommer" und Slavko Avseniks "Auf silbernen Spuren mit dir" begeisterten die Zuhörer. Am meisten Applaus erhielten jedoch die Kinder der Gesangs- und Tanzgruppe "Malinka". Die neun bunt gekleideten Mädchen, angeleitet von Eigenija Jarusskij, gaben sich dermaßen ungezwungen und fröhlich, dass die Besucher des "Tages der Heimat" begeistert waren. Für die hübsche Blumen-Dekoration des Saals hatte die Siedlergemeinschaft "Eigenheim Mooslohe" mit Reiner Schindler an der Spitze gesorgt.
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