Herzliches Loblied auf Weiden

Einer seiner Lieblingsorte ist der Max-Reger-Park. Kein Wunder: Immer wenn Peter Wittmann dort mit seinem Ballhaus-Orchester auftrat, blieb kein Platz frei. Archivbild: Wilck

"Wen die Weidener einmal ins Herz geschlossen haben, den lassen sie nicht mehr los." Peter Wittmann, bekannt durch seine Auftritte mit dem Ballhaus-Orchester, ist eigentlich kein echter Oberpfälzer, sondern gebürtiger Franke. Dennoch lebt er gerne und begeistert in der Max-Reger-Stadt.

Das Interview mit dem Kardiologen und Sänger in unserer Serie "Hier bin ich zu Hause" führte Susanne Kempf.

Seit wann leben Sie in Weiden?

Ich wurde in Nürnberg geboren, bin dort auch aufgewachsen. Nach meinem Medizinstudium kam ich nach Weiden, arbeitete hier als Kardiologe am Klinikum, wohnte aber in der ersten Zeit in Schwandorf. Als ich 1992 nach Weiden kam, kannte ich Weiden eigentlich nur durch die Erzählungen meines Vaters, ein Studienfreund von ihm lebte hier. Dann zog ich aus Schwandorf weg, wohnte erst einmal am Rehbühl. Mittlerweile habe ich meine Zelte in Weiden-Ost aufgeschlagen. Dafür arbeite ich inzwischen in Amberg in einer Kardiologen-Praxisgemeinschaft, pendele täglich hin und her.

Was mögen Sie so an Weiden, dass Sie die täglichen Fahrten in Kauf nehmen?

Die Altstadt mit dem Oberen und Unteren Markt hat es mir besonders angetan. Die vielen Lokale, das bunte Leben, die wunderbare Atmosphäre sind schon ganz besonders. Das "kompakte Leben" am Abend, das vielfältige Kneipenangebot unterscheidet Weiden von Amberg. Auch das Umland ist sehr schön, man hat viel Natur, kann laufen, Ruhe finden, die Jahreszeiten erleben und genießen. Alles ist nicht so überlaufen wie in München und Oberbayern. Hier hat man die Erholung direkt vor der Haustür. Der Fischerberg ist ein wunderbares Naherholungsgebiet, das ich nicht mehr missen möchte. Das bedeutet für mich Lebensqualität.

Was ich an Weiden auch sehr mag, sind der Max-Reger-Park und die beiden Kinos, die noch von wirklichen Kino-Familien betrieben werden. Sie gefallen mir deutlich besser als die jetzt so modernen Riesenkinos. Die Zeit ist hier im positiven Sinn stehen geblieben.

Gibt es etwas, das Sie hier vermissen?

Ich würde mir mehr kulturelle Veranstaltungen wünschen, auch fehlt mir eigentlich ein schönes kleines, altes Theater wie in Amberg oder Passau. Aber das gibt es halt nicht, das lässt sich nicht ändern. Auch gibt es ein paar Ecken in Weiden, die mir nicht besonders gut gefallen. Die Gegend ab dem Bahnhof stadtauswärts ist nicht schön, es wäre wünschenswert, wenn sich hier etwas verändern würde.

Was ist für Sie ein "typischer Weidener"?

Die Menschen hier sind eher zurückhaltend, manchmal fast verschlossen. Wenn man aber mal ihr Herz gewonnen hat und sie sich öffnen, dann sind sie sehr herzlich und halten zu einem. Sie sind sehr heimatverbunden, wollen oft gar nicht weg oder kehren wieder zurück. Etwas Besonderes ist natürlich auch der Weidener oder der Oberpfälzer Dialekt, den ich gar nicht beherrsche. Er trägt zum besonderen Charme der Bevölkerung bei, ist identitätsstiftend.
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