Hirtentag im Hersbrucker Museum bietet breites Angebot
Musik und Kunst locken Tausende an

Alexander Remde spielte mit dem sogenannten "Dreibrümmler", einer Art Hirten-Dudelsack, zünftig für die Besucher auf. Bild: fm
Beim Wort "Museum" denkt man an eine Schau kultureller Schätze, die man eben betrachtet. Meist interessant, oft aber ohne Leben. Ganz anders beim Deutschen Hirtenmuseum, das sich von dieser Kategorie an etlichen Tagen des Jahres deutlich abhebt. Zum Beispiel rund um den "Obersten", dem traditionellen Feiertag der Hirten früherer Zeit. Da gab's fröhliches Gewimmel mit Brauchtum, Musik und besonderen Angeboten des Kunsthandwerks.

Kulinarische Spezialitäten

Die Straßensperre im "Eisenhüttlein" vor dem Museum schuf Platz für einige Stände mit kulinarischen Spezialitäten - und auch für die erwarteten Vorführungen des "Patschens", dem Schwingen der Ringelpeitschen mit folgenden Knall. Dies beherrschten Hermann Schmidt, Sohn des letzten Hersbrucker Stadthirten sowie Thomas Geiger und Gast György Müller. Sie erhielten dafür von den Zuschauern viel Beifall.

In der übrigen Zeit drängten sich die Besucher, gut über 1000 Personen, in Museum, Hof und Scheune. Dort gab es vielerlei Angebote von Kunsthandwerk, Bio-Artikeln zu Kleidung und Hüten. Bei Stefan Lüpges sahen die Gäste zu, wie er mit feiner Säge seine "Zauberburgen" aus Wurzelstöcken herstellte. Die kleiner Stadtpanoramen sind so konstruiert, dass sie sich zum ursprünglichen Holzstück zusammenschieben lassen. Auch die Klöpplerin Betty Helmich hatte ihr Handwerkszeug mitgebracht und zeigte fingerfertig ihre Kunst sowie die filigranen Deckchen.

Schottische Töne

Eine Beziehung zur Musik hatten die früheren Hirten durch ihre Hörner, in anderen Ländern durch den Dudelsack. Da war Alexander Remde aus Coburg in seinem Element, der mit dem "Dreibrümmler" die typisch schottischen Töne zum Besten gab.

Deutlich kräftiger waren die "Bauern Fünfer" aus Burgthann mit ihrer Blasmusik in Hof und Freiland am Werk. Dafür zog sich das "Trio Collegio" aus Neumarkt unters Dach des Haupthauses zurück, weil ihre Stubenmusik mit zwei Zithern und Gitarre dort den richtigen Raum zwischen Kuhglocken und Schellenbögen fand. Dies alles hatte die neue Museumsleiterin Ingrid Pflaum mit ihrem Team bestens vorbereitet.
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