Hobeln für den Schreinerberuf

Die ersten Schreinerhocker als Nachbildung des bundesweiten Logos für den Schreinerberuf wurden am "Tag der offenen Tür" der Europa-Berufsschule an die Pestalozzi-Mittelschule und die Mittelschulen Floß und Neustadt überreicht. Pestalozzi-Fachlehrer Sigurd Lilge (Vierter von links) erhielt das erste Exemplar von Fachbetreuer Johann Maurer (Zweiter von links). Mit dabei: Konrektorin Monika Brunner (Zweite von rechts). Bild: sbü

Es war am Tag der offenen Tür sehr schwierig, die Europa-Berufsschule in Weiden zu betreten. Zeitweise bildeten sich lange Schülerschlangen vor dem Eingangsbereich. Aus den Mittelschulen des gesamten Einzugsgebiets strömten die Schüler in die Werkstätten und Praxisräume der Berufsschule.

(sbü) Der Fachbereich Holztechnik hatte für diesen Tag eine ganz besondere Idee entwickelt, um für den Schreinerberuf zu werben. Dieser entwickelt sich allmählich zum Mangelberuf. "Noch haben wir pro Jahrgangsstufe circa 20 Schüler, die eine Ausbildung zum Schreiner absolvieren" sagt Johann Maurer, Fachbetreuer für Bau-und Holztechnik an der Europa-Berufsschule in Weiden.

Schreiner-Hocker bauen

Um einem weiteren Rückgang in der Schreinerausbildung vorzubeugen, haben sich Berufsschüler und ihre Lehrer eine besondere Aktion einfallen lassen. "Das bundesweite Logo des Schreinerhandwerks in Form eines Holzwürfels können wir doch in unseren Werkstätten nachbilden und daraus echte Schreiner-Hocker machen": Das sagten sich Schüler und Lehrer des Fachbereichs Holztechnik. Und in den Wochen vor dem "Tag der offenen Tür" an der Europa-Berufsschule wurde in den Schreinerwerkstätten der Schule viel gesägt, gehobelt und geleimt und lackiert. Es entstanden die ersten Schreiner-Hocker, die an Mittelschulen als Sitzmöbel in der Aula oder im Pausenhof aufgestellt werden sollen.

An drei Mittelschulen wurden die ersten Exemplare am Tag der offenen Tür überreicht. Dies waren die Pestalozzi-Mittelschule Weiden sowie die Mittelschulen Floß und Neustadt/WN. Fachbetreuer Maurer betonte in seiner Ansprache, dass die "vier Seitenelemente des Hockers Symbol für Tradition, handwerkliches Können, moderne Technik und Teamfähigkeit sein sollen". Damit soll in den Mittelschulen nachhaltig an den Schreinerberuf erinnert und dafür geworben werden.

Für Josef Weilhammer, Schulleiter an der Europa-Berufsschule, geht es am Tag der offenen Tür "eigentlich um einen Tag der dualen Ausbildung, insbesondere im Handwerk". Weilhammer sieht die dringende Notwendigkeit, die Vorteile einer handwerklichen Ausbildung wieder stärker in das Bewusstsein von Bewerbern und ihrer Eltern zu bringen. "Schauen Sie sich doch einmal die Einkommen von Handwerksmeister an und vergleichen Sie diese mit vielen Angestelltenberufen", schlägt der Schulleiter vor. Und er fragt auch: "Warum wird so viel über die Hochschulen berichtet und so wenig über Erfolge und Auszeichnungen von Handwerkern?" Den "Tag der offenen Tür" an seiner Schule versteht Weilhammer deshalb auch als wichtigen Berufsinformationstag vor allem für die duale Ausbildung in den handwerklichen Berufen.

Blick in Werkstätten

Alle Bereiche der Schule waren mit Informationsständen vertreten. Die Lehrwerkstätten konnten besichtigt werden und Arbeitsagentur und regionale Bildungsträger informierten über das Weiterbildungsangebot.
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