Hubert Treml eröffnet KAB-Sozialtage mit Konzert
Fair-gnügliche Lieder

"Zeit und Zeich" - so hieß eine der Weltpremieren, die Liedermacher Hubert Treml zwischen den Wirtshausstühlen in der Waldgaststätte Strehl präsentierte. Jeder brauche "Zeich" (Zeug) wie Smartphone, schnelle Autos oder ein Massagegerät. Das freue die Wirtschaft - aber es fehle häufig die Zeit zum Genießen, erkannte der Oberpfälzer Mundart-Akrobat.

Zur Auftaktveranstaltung der 3. Weidener KAB-Sozialtage unter dem Motto "Gut wirtschaften" waren etwa 80 Gäste gekommen. KAB-Kreisvorsitzender Hermann Stadler verwies auf Papst Franziskus' Nein zu einer hemmungslosen Wirtschaft, die soziale Ungerechtigkeit und Gewalt erzeugt. Und er stellte Liedermacher Hubert Treml vor, den Klaus Kuran am Cajón begleitete.

Treml verband das Thema "faire Wirtschaft" mit Kindheitserinnerungen vom Tante-Emma-Laden. Diesen habe ein Hauch von Geborgenheit umwoben, den es heute so nicht mehr gibt. Natürlich spielte er auf den VW-Skandal an: "VW-Fahrer sollen lauter singen, denn das senkt die Abgaswerte", riet Treml im Lied "I und mei' Wong". Als wirtschaftlicher Umschlagplatz dient das "Tauschfensterbrettl" im 12-Parteien-Haus. Als seine Frau einen "Shopping-Guide" mitnehmen wollte und er das verneinte, sei er Gefahr gelaufen, als Retourkutsche selbst aufs Fensterbrett gesetzt zu werden. Die Songs "Mei Freindin und I", "Mei' schlimme Kindheit", "Selber g'machte Erdbeermamalad" und "Plötzlich bist 50" beleuchteten zwischenmenschliche Beziehungen.

In einem Wortbeitrag gingen Alfons Ernstberger und Christa Burzer auf das Verschieben und Abschreiben von Verlusten in der Wirtschaft ein. Die Frage lautete dabei: "Wie viel ist genug vor Gott?". Hermann Stadler dankte Treml und Kuran für einen heiter-besinnlichen Wirtschaftsabend und lud zur nächsten Veranstaltung der Sozialtage ein: ein Fachgespräch mit Diskussion zum Thema "Faire Zukunft - gerecht gestalten" am Dienstag 27. Oktober, ab 19.30 Uhr im Raum 226 der OTH.
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