Hunde verjagen Niederwild

An Mountainbikern und Hundesbesitzern hat OWV-Vorsitzender Alois Lukas heftige Kritik geäußert. Aber auch die Mitgliederentwicklung ist nicht zufriedenstellend. Wohl aber der Einsatz der Ehrenamtlichen.

Sie werden immer weniger: Die Mitglieder des Oberpfälzer Waldvereins (OWV) in Weiden. Allein 2014 musste sich Vorsitzender Alois Lukas von 34 Naturfreunden verabschieden. 17 davon hatten ihren Austritt erklärt. Weitere 17 seien verstorben. Nur zehn konnte er neu aufnehmen. Macht aktuell 561 Mitglieder.

Sogar in der Nacht

Lukas bedauerte das rücksichtslose Mountainbiking im Fischerberggebiet. "Sogar in der Nacht wird mit Stirnlampen über die Wanderwege herunter gerast." Kritik übte er auch an den Hundebesitzern, die ihre Vierbeiner frei herumlaufen ließen. "So ist in der Nähe der Hauptwanderwege kein Niederwild wie Hase oder Rebhuhn mehr zu finden." Vor allem Jungtiere hätten es schwer, ohne die nötige Ruhe auszukommen.

Beim Fischerberg setzt der OWV auf natürliche Naturverjüngung. "Wir finden, dass ein gesunder Mischwald wichtig ist", erklärte Lukas. "Ich konnte eine deutliche Zunahme vor allem mit der Buche feststellen." Auch die Natur sei intakt, sagte er.

Schulklassen auf dem Hof

Lukas verwies dabei auf die Ausführungen von Vogelschutzwart Johann Fröhlich, der auch die günstigen Fledermauspopulationen "in unseren behutsam bewirtschafteten Wäldern" erwähnte. Markierungswart Bernhard Cyron hatte 176 Kilometer zu betreuen.

Auch im Berichtszeitraum habe er wieder Schulklassen auf seinem Hof begrüßt, erzählte Lukas. "Den Kindern die Sinne für die Zusammenhänge in der Natur zu schärfen und Beispiele zu zeigen, ist unsere große Aufgabe." Der Verbrauch, auch von geschützten Flächen, nehme immer mehr zu. "Hier wird in den kommenden Jahren eine große Aufgabe auf uns zukommen."

Der ehrenamtliche Einsatz für die Natur sei nicht immer einfach. Dennoch: "Natur und Landschaft vor Zerstörung zu bewahren, hat sich auch im letzten Jahr gelohnt." Hauptvereinsvorsitzender Armin Meßner betonte den Erholungswert. Der OWV betreue insgesamt 3600 Kilometer. Alle arbeiteten ehrenamtlich. Würde man die Kosten umlegen, müsste der Staat 70 000 Euro zahlen.

"Riesengroße Idealisten"

SPD-Stadträtin Brigitte Schwarz überbrachte die Grüße von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. "Sie verschönern unsere Oberpfälzer Heimat." Ehrenvorsitzender Hans Sperrer sprach von "riesengroßen Idealisten", die sich um Kultur, Heimat, Brauchtumspflege und zwei Immobilien kümmerten. Fröhlich zählte 85 Vogel- und 28 Fledermausnistkästen auf. In der Strobelhütte seien der Backofen und die Sitzgruppe davor erneuert worden. Als Höhepunkt genannt wurden Turmfest und Waldweihnacht.

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Alois Lukas, Stellvertreter Johann Fröhlich, Schriftführerin Edith Schimandl, Kassier Gisela Heuberger, Beiräte Heinz Bauer, Franz Hüttner, Dieter Schunck, Marianne Stemmer und Hans Hofmann, Kassenprüfer Anneliese Schunck und Theo Albrecht. Markierungswart Bernhard Cyron, Bänkewart Günter Neupert, Landschaftsschutzwart Alois Lukas, Vogelschutzwart Johann Fröhlich, Hüttenwart Strobelhütte Johann Fröhlich, Hüttenwart Wanderheim Georg Hüttner, Waldwart Alois Lukas jun., Wanderwart Edith Schimandl, Turmwart Heinrich Vierling, Heimatpflegerin Petra Vorsatz und Volkstumswart Georg Hüttner.
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