Hunderte im Hybrid-OP

Im neuen Integrierten Operationssaal: Dr. Eva-Maria Bothe mit einem "Patienten-Dummy". Bilder: ske (3)

Die Warteschlange vor dem Aufzug wurde immer länger. Die Besucher warteten geduldig vor den Fahrstuhltüren im Weidener Klinikum. Die Berichte über die neuen OP-Säle lockten hunderte Interessierte zum "Tag der offenen Tür".

Weiden. (ske) Personalleiter Martin Neuhaus, der alle Besucher bei ihrem Eintreffen begrüßte, war völlig überrascht vom großen Interesse der Bevölkerung. "Mit einem so großen Ansturm hatten wir nicht zu rechnen gehofft, er übertrifft all unsere Erwartungen." Im Viertelstundentakt wurden die Gäste in kleinen Gruppen durch die Zentrale Sterilgutversorgung und die neuen Operationssäle geführt. Alles war perfekt organisiert.

Drei Stunden lang bot das Klinikum Führungen. Gebündelte Informationen gab es - neben Kaffee und Kuchen - im Foyer des Klinikums. Ärzte der chirurgischen Abteilungen gaben Auskunft über moderne Operationsmethoden und beantworteten Fragen der Patienten.

Die Besucher konnten Bereiche besichtigen, zu denen sie ansonsten keinen Zugang haben. Und sie staunten nicht schlecht, als sie erlebten, mit welch riesigem Aufwand und großer Sorgfalt in der Zentralen Sterilgutversorgung gearbeitet wird. Die Abteilung ist zuständig für die sterile Aufbereitung aller Instrumente, die im Krankenhaus benötigt werden. Und nicht nur für die des Weidener Klinikums, sondern für die aller Häuser der Kliniken AG.

Auch externe Auftraggeber

Auch externe Kliniken und Ärzte schicken ihr Material zur Aufbereitung nach Weiden. An jedem Arbeitsschritt erläuterten Mitarbeiter die einzelnen Arbeitsgänge. In der Sterilgutversorgung sind 30 Mitarbeiter beschäftigt, die in zahlreichen Kursen für die anspruchsvolle Tätigkeit geschult werden.

Im soeben erst eröffneten Hybrid-OP wurden die Besucher von Prof. Dr. Christian Paetzel, Chefarzt für diagnostische Radiologie, begrüßt. Er erklärte die Technik mit modernsten Geräten zur Bildgebung und die daraus erwachsenden Möglichkeiten bei einer Operation. Ein spezielles CT-Gerät, eine roboterbewegte Röntgenanlage ermöglicht Angiographien und 3D-Aufnahmen zur Darstellung von Blutgefäßen. Oberärztin Dr. med. Eva-Maria Bothe, Ärztin für Visceralchirurgie, erläuterte im neuen Integrierten OP die verbesserten Möglichkeiten bei Operationen durch verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Steuerung und Kontrolle der OP-Ausstattung erfolgt über zwei sterile Touchscreens.

Ein orthopädischer OP schafft im Klinikum mehr Platz für Operationen, Wartezeiten verkürzen sich dadurch. Die Operationssäle sind in ein angenehmes hellblaues Licht getaucht. "Dadurch ermüdet der Operateur auch bei langen Operationen nicht" erklärt die Oberärzten.

Ein lustiges Bild boten die Besucher bei den Führungen, jeder musste sterile Schutzkleidung tragen. Die mögliche Frage nach einer Verunreinigung der besichtigten Abteilungen und OP-Säle wurde gleich anfangs beantwortet: Pfleger Jürgen Lang erklärte, dass noch am Abend und in der Nacht nach den Führungen alles von Grund auf gereinigt und sterilisiert werde.
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