Ideen für Bonhoeffer-Tag

Pfarrer Herbert Sörgel. Bild: sbü

Nicht jedes Jahr sind am Todestag von Dietrich Bonhoeffer Gedenkfeiern möglich - wie jetzt, zum 70. Todestag. Doch für ihn, den viele als den evangelischen Heiligen des 20. Jahrhunderts bezeichnen, soll eine angemessene Form des jährlichen Gedenkens gefunden werden. Mit einer Jugendfeier im Morgengrauen des 9. April will sich die Evangelische Jugend nicht mehr begnügen.

(sbü) "Dietrich Bonhoeffer hat in beispielloser Weise das umgesetzt, was er geglaubt hat." Mit diesen Worten würdigte Dekan Dr. Wenrich Slenczka bei der Eröffnung des Symposiums Bonhoeffer 2016 den "Vordenker, Vorlehrer und Vorsterber". Das Symposium war einberufen worden, um Vorschläge für ein würdevolles Gedenken des Tags der Ermordung des Kirchenlehrers zu entwickeln. Eingeladen hatte die Evangelische Jugend im Dekanat Weiden und Vorsitzender Sebastian Dippold.

Vertreter von Kirchengemeinden, Dekanat, Stadtjugendring, BdKJ und des evangelischen Bildungswerks waren in das Martin-Schalling-Haus gekommen. In Kleingruppen sollten Ideen entwickelt werden. Alle Teilnehmer des Symposiums waren sich einig: "Weil Bonhoeffer in Flossenbürg ermordet wurde, haben wir eine besondere Verpflichtung, seinen Todestag zu begehen."

Um auf das Thema einzustimmen, schilderten Dekan Slenczka und Pfarrer Herbert Sörgel zunächst das Leben und den Werdegang von Bonhoeffer. Verhaftet worden sei er im April 1943 nicht wegen seiner Zugehörigkeit zur Widerstandsbewegung gegen Hitler, "sondern wegen des Vorwurfs Wehrkraftzersetzung, da ein Priester in die deutsche Spionageabwehr nicht passt". Bonhoeffer hätte als "Kurier des Widerstands formal in der deutschen Abwehr gearbeitet" erzählte Pfarrer Sörgel. Erst Monate nach dem Hitler-Attentat sei seine Zugehörigkeit zum Widerstand bekannt geworden und er dann auch ins Gestapo-Gefängnis und KZ Buchenwald gekommen.

Weil Buchenwald aufgelöst werden musste, sei Bonhoeffer nach Flossenbürg überstellt und dort ermordet worden. "Wir müssen die Botschaften Bonhoeffers nicht auf seine Person, sondern auch auf seine Politik beziehen". Pfarrer Sörgel beschrieb dann, was Bonhoeffer unter Verantwortungsethik verstand. So stimmten der Dekan und der Pfarrer die Versammlung auf die Erarbeitung von Vorschlägen für die Gestaltung zukünftiger Gedenktage ein.

Fünf Arbeitsgruppen entwickelten Veranstaltungsformate und mögliche Beteiligte. Am Ende waren die beiden Pinnwände mit vielen Ideen gefüllt. Sie griffen die gesamte inhaltliche Breite von Bonhoeffers Botschaften und Lehrsätzen auf, vor allem sein Märtyrertum, seine Zivilcourage und seine Glaubensstärke. Zahlreiche Vorschläge gab es auch für Organisationen, die beteiligt werden könnten: Gedenkstätte, Schulen, Kirchengemeinden, Jugendgruppen, Arbeitskreis Asyl, "Weiden ist bunt", Landestheater oder Kulturprojekte sind nur ein paar Beispiele dafür.

Idee: Illumination

Breit war auch das Spektrum an Ideen für ein Veranstaltungsformat. Da standen Stichworte wie Theater, Seminartag, Poetry Slam, Ausstellung, Projektwoche oder Lichterillumination. "Wir wollen alle Ideen in die Gremien unserer Organisation einbringen und werden gute Lösungen entwickeln", sagte Dekanatsjugendreferent Thomas Vitztum. Mit Gedenkstättenleiter Dr. Jörg Skriebeleit, der wegen der aktuellen Gedenkfeiern am Symposium nicht teilnehmen konnte, wird rasch Kontakt aufgenommen.
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