Immer mehr Adebars bleiben im Winter hier
Störche im Schnee

Der Weidener Storch ist es nach Ansicht von Horstbetreuerin Helga Bradatsch nicht, der öfter mal im Süden der Stadt gesichtet wird. Gut möglich aber, dass er bald wieder auf dem Weidener Rathaus auftaucht. Denn Ende Februar, Anfang März schwebt er meistens ein. Archivbild: Hartl
Weiden. (ps) Es ist weder Storchenzeit noch Spargelzeit und deshalb umso verwunderlicher, wenn Meister Adebar auf dem - derzeit unbebauten - Spargelfeld an der Süd-Ost-Tangente gesichtet wird. Laien zumindest wundern sich. Fachleute dagegen nicht. Das gilt auch für die Weidener Storchenhorst-Betreuerin Helga Bradatsch. Sie spricht von Winterstörchen und damit von einem Phänomen, das offenbar zunimmt. Immer häufiger klingelt deshalb das Telefon der Fachfrau - und die freut sich über jeden Anruf.

Vor allem im Weidener Süden - nahe Rothenstadt oder Pirk - werden Störche im Schnee gesichtet. Die Weidener Störche dürften es nach Ansicht der Expertin nicht sein. Sie geht davon aus, dass es sich um Vögel handelt, die ab und zu von Menschen gefüttert wurden. "Die Burschen haben wir jetzt schon seit zwei Jahren da." Inzwischen gibt es nicht nur in Bayern, sondern in der gesamten Bundesrepublik mehrere Hundert Störche, die den Winter bei uns verbringen, weiß Helga Bradatsch. "Kein Grund zur Sorge", beruhigt sie alle Mitbürger, die für Meister Adebar ernsthafte Probleme befürchten. Zum einen seien unsere Winter inzwischen deutlich milder. Zum anderen würden Störche ihr Revier sehr gut kennen. Sie wissen also, wo sie etwas zu fressen finden. Und, so Helga Bradatsch: "Ein Experte hat mir mal gesagt, die sind wie Schweine. Sie fressen alles und vertragen alles."

Falls die Rechnung dennoch nicht aufgeht, weiß die Horstbetreuerin: "Wenn der Magen zu arg knurrt, fliegen sie halt nach Süden, zum Beispiel in die Donau-Auen oder sonst wohin, wo es milder ist als bei uns." Ein weiterer Trost: Störche kommen bis zu 14 Tage ohne Futter aus. Wer nicht fliegt, spart viel Energie, gibt Helga Bradatsch außerdem zu bedenken. Das gilt nicht nur für Flugzeuge, sondern auch für Störche.

Überwintern in nördlichen Gefilden - dieses atypische Verhalten interessiert natürlich den Landesbund für Vogelschutz. Helga Bradatsch bittet darum, entsprechende Beobachtungen zu melden (0961/433 47).
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