Immer mehr sind fair

Fairer Handel trägt zur Verbesserung der Wirtschaftslage in der Welt bei. Ein weiterer Aspekt, der bei den KAB-Sozialtagen ausgiebig behandelt wurde. Bild: zpe

"Unseren Kindern wird die Zukunft geraubt", sagt Jürgen Bergmann beim Abschluss der KAB-Sozialtage. Eine Antwort auf das Problem sei die Fairtrade-Bewegung, immer mehr Anhänger findet. Auch Weiden wird bald dazugehören.

Weiden. (zpe) "Wir leben in einer Zeit der globalen Herausforderungen", erklärte Bergmann im Pfarrheim Neunkirchen. Über den Klimawandel werde diskutiert, er sei aber noch lange nicht wirksam begrenzt. Kirchliche und wissenschaftliche Instanzen hätten festgestellt, dass unser aktuelles Wirtschaften nicht nachhaltig sei. Kindern und Enkelkindern werde somit die Zukunft geraubt. Die Fairtrade-Bewegung mache sich dagegen stark. Seit über 40 Jahren versuchten die beteiligten Menschen, freiwillig anständige Preise zu bezahlen, damit alle Betroffenen in der Lieferkette ein menschenwürdiges Auskommen hätten.

Die Fairtrade-Town-Bewegung greife diese Idee auf und motiviere Kommunen und Landkreise, die Idee des fairen Handels mit ihren Möglichkeiten zu unterstützen. "Die Bewegung zeigt eine erstaunliche Dynamik. Schon 370 Kommunen in Deutschland sind dabei und es werden immer mehr. Bald wird auch Weiden in der Liste der Fair-Trade Städte erscheinen."

Lebensstil überdenken

Natürlich werde damit allein die Welt nicht gerettet. Aber ein Anfang sei gemacht, der weitere Veränderungen in der jeweiligen Region bewirken könne. Die Auszeichnung als Fair-Trade-Stadt sollte der "Startschuss" sein zu einem Wirtschaften, das den Menschen dient - auch den Produzenten weltweit. "Durch unsere Kauf- und Investitionsentscheidungen und durch den Druck, den wir auf die politischen Entscheidungsträger ausüben. Nicht zuletzt wird es unser Lebensstil sein, der unseren Planeten Erde in einem lebens- und liebenswerten Zustand erhält."

Die Verantwortung, die Deutschland als Motor Europas trage, sei enorm. "Gelingt uns eine Finanz-, Wirtschafts- und Steuerpolitik, die demokratische Institutionen wieder zu echten Entscheidungsträgern macht und internationale Konzerne in die Schranken verweist?" Und die Energiewende, so dass Entwicklungs- und Schwellenländer den Irrweg einer auf fossilen Energien beruhenden wirtschaftlichen Entwicklung gar nicht erst beschreiten würden?

Die Fairtrade-Town-Bewegung sei ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. In seiner Predigt betonte KAB-Kreispräses Armin Schießl, dass es das Ende der Welt bedeute, wenn alle Erdenbürger so wirtschafteten und lebten wie die US-Amerikaner und die Deutschen. Papst Franziskus habe das Problem längst erkannt und in seiner Enzyklika "Laudato si" zusammengefasst.

Wachstumspolitik um jeden Preis sei ein Holzweg. Es gelte als nachgewiesen, dass die Kosten des Wirtschaftswachstums höher seien als sein Nutzen. "Zuwachs wird ungleich verteilt und zehrt die endlichen Ressourcen auf." Es brauche eine Wende. "Eine Postwachstums-Ökonomie, die die Lebensqualität aller Menschen unter gerechten Bedingungen für alle verbessert."
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