Immer nur aufs Mammut fixiert

2:1. Buchhändler Martin Stangl schlug sich dennoch tapfer. Mit seiner Frau Alexandra (rechts) und Kollegin Susanne Bayer stritt er liebevoll über Eigenheiten von Mann und Frau. Bild: uz

Typisch Mann - typisch Frau. Es wäre unfair, den Mann zu verurteilen, weil er nur eine Sache erledigen kann. Während die Frau imstande ist, drei Dinge gleichzeitig zu tun. Schließlich hätten beide ganz verschiedene Entwicklungen hinter sich. Das unterstrich Buchhändler Martin Stangl bei einem vergnüglichen Leseabend über die Geschlechter.

Weiden. (uz) Während nämlich die Frau in der gemeinsamen Höhle saß, auf den Mann wartete, die Kinder betreute und gleichzeitig im Rundumblick die Behausung bewachte, war der Mann nur auf das eine Mammut fixiert, das er erlegen wollte. Hätte er sich dabei auch noch die Gegend angesehen und sich munter mit den Jagdkollegen unterhalten, hätte ihn das Beutetier womöglich auf die Stoßzähne genommen, sagte Stangl beim Leseabend in der Buchhandlung "Stangl Taubald".

Die Kapazität der täglichen Worte liege beim Mann bei 7000. Der Wortschatz der Frau bei 20 000. "Nun stellen Sie sich vor, der Mann hat seine 7000 Worte bereits im Büro verballert, kommt nach Hause und will nur noch seine Ruhe haben. Die Frau hat ein kleines Kind zu Hause, konnte ihre 20 000 noch nicht loswerden. Was passiert: Er, der brave Mann, will seine Ruhe haben. Sie will ihre 20 000 noch loswerden." Studien in Amerika hätten ergeben, dass sich aus dieser Inkongruenz heraus Paarprobleme entwickelten.

Es gab nur freudestrahlende Gesichter beim Leseabend. Bereits eine halbe Stunde vor der Veranstaltung war kein Sitzplatz mehr verfügbar. Die Vorsitzende des Fördervereins "Donum Vitae", Martina Rauch, und die ehrenamtliche Geschäftsführerin Andrea Lang freuten sich über das Interesse des überwiegend weiblichen Publikums.

Das brachte Martin Stangl schon zu Beginn zum Lachen, indem er einige heitere Klischees über Mann und Frau aufzählte, was er mit vor ihm aufgehäuften Werkzeugen, Mode-Accessoires und Schuhen unterstrich. Der Tenor: "Männer sind wehleidig, Frauen zu allem fähig." Allgemeine Zustimmung herrschte darüber, dass Frauen ihre Männer nur dazu brauchten, um nicht von Spinnen aufgefressen zu werden.

Einen besonderen Applaus spendeten die Zuhörer für die Feststellung dass Männer auf die fürsorgliche Pflege durch ihre Frauen bei leichtem Schnupfen etwa angewiesen seien. Buchhändlerin Alexandra Stangl legte mit einem vorgelesenen Kapitel aus dem Buch "Männerkrankheiten" nach, indem sie dem starken Geschlecht Staubblindheit und Mitdenkschwäche attestierte. Für große Erheiterung sorgte Buchhändlerin Susanne Bayer mit Zitaten aus dem Besteller "How to be an Parisian" über den Schuhtick bei vielen Frauen.

Martin Stangl nutzte diese Steilvorlage und ging auf eine weitere Schwäche vieler Frauen ein: die unergründlichen Tiefen der Handtasche. Am Schluss des gelungenen Abends war man sich einig, dass jeder wenigstens eine Person kenne, die den angesprochenen Klischees entsprach. Klar war aber auch, dass keine der Anwesenden davon betroffen gewesen sei. Bei Gebäck und Sekt informierten die ehrenamtlichen Helferinnen über die Arbeit von "Donum Vitae" und sammelten fleißig Spenden für anstehende Projekte.
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