Immobilienmarkt leergefegt

Neues entsteht. Der große Bauboom ist zwar schon vor einem Jahr 2012/2013 abgeebbt. Doch wie hier an "Falco-Gasserl" und Max-Reger-Straße läuft die Bautätigkeit in Weiden auf "normalem Niveau" weiter. Bild Huber

Zurück zu Normalität. Der Boom auf dem Weidener Immobilienmarkt ist offenbar vorbei. Zwar machen Bauträger weiterhin ihr Geschäft. Nach gebrauchten Wohnhäusern müssen Käufer jedoch lange suchen. Der Immobilienmarkt ist leergefegt, folgert Christine Stöckl, die Geschäftsführerin des Gutachterausschusses bei der Stadt Weiden.

Der Gutachterausschuss hat für die neue Bodenrichtwertkarte alle Transaktionen der Jahre 2013 (682) und 2014 (641) ausgewertet. An Grund und Boden verkauften die Eigentümer 2013 stattliche 53,81 Hektar und 2014 immerhin 46,52 Hektar. Im letzten Jahr kamen 171 Hektar Stadtwald hinzu, die an die Stadtwerke gingen.

Umsätze fallen

Die Gesamtumsätze lagen dabei im Jahr 2013 bei 116,1 Millionen Euro und 2014 bei 90, 7 Millionen Euro. In den Vorjahren summierten sich die Umsätze auf 112 Millionen (2012), 96,2 Millionen (2011) sowie 111,6 Millionen Euro (2010). Weit abgeschlagen zeigte sich das Jahr 2009 mit 74,4 Millionen Euro..

Einen regelrechten Sprung machten die Durchschnittspreise für frei stehende Einfamilienhäuser der Baujahre 1965 bis 2005 (Wohnfläche 130 bis 140 Quadratmeter) von 175 000 Euro im Jahr 2011 auf nun 206 000 Euro. Reihen- und Doppelhäuser (120 bis 130 Quadratmeter Wohnfläche) erreichten 2013 mit 187 000 Euro den Spitzenwert. Die Preise lagen 2011 bei 167 000 Euro, 2012 bei 171 000 und 2014 bei 182 000 Euro.

Die durchschnittliche Wohnfläche wächst weiter. Bei neuen Wohnungen liegt sie in Weiden bei 90 Quadratmetern. In Altbauten weisen die Wohnungen Flächen zwischen 65 bis 80 Quadratmeter aus.

Die prozentual höchsten Zuwächse bei den Grundstückspreisen gibt's nicht in der Innenstadt, sondern bei landwirtschaftlichen Flächen im Weidener Süden. Dort zahlten Käufer in den beiden letzten Jahren locker 4,30 Euro für den Quadratmeter. Zwei Jahre zuvor riefen Makler gerade mal 2,30 bis 2,50 Euro auf.

Durst nach Anbauflächen

Allerdings sind im Weiden-Süd die Preise seit dem Bau der Autobahn "verdorben", meint etwa ein Maierhofer Landwirt. Schon vor 20 Jahren seien teilweise 1o Mark gefordert und bezahlt worden.

Woher dieser "Durst" nach landwirtschaftlichen Flächen? Die Betreiber von Biogas-Anlagen brauchen Anbauflächen. Landwirte, die Flächen an die Wohngebiete verlieren, wollen in Grund und Boden reinvestieren. Zugleich drängen zunehmend private Investoren auf den Markt, die ihr Geld in Wiesen und Feldern anlegen.

Allerdings sinkt das Angebot: 2011 gab es 32 Beurkundungen für 34,4 Hektar, 2012 kamen 24 Grundstücke mit 20,8 Hektar zum Verkauf. Im Jahr 2013 wechselten 8,3 Hektar bei 18 Beurkunden den Besitzer, und 2014 waren es nur noch 7,9 Hektar, die an 15 neue Eigentümer gingen.
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