In Shanghai 4700 Studenten der Medizintechnik, in Weiden 160 - 16 Studenten und 2 Dozenten aus ...
Unterschiede vor allem in der Größe

Bei Null Grad Außentemperatur musste das Foto mit den Besuchern aus China rasch erledigt werden. In Shanghai sind es derzeit immerhin 16 Grad. Professor Dr. Franz Magerl (hintere Reihe) freute sich über den Fleiß der Studenten. Unsere Gesprächspartner Herr Yang Liu und Frau Dan Lyu stehen außen am linken Bildrand. Bild: sbü
(sbü) Immer internationaler denkt und handelt die OTH in Weiden. Zum Beispiel im Fachbereich Medizintechnik. Weil Wissenschaft und Industrie in dem Bereich längst global ausgerichtet sind und China dabei ein immer wichtiger werdender Partner ist, müssen auch die Kontakte mit diesem Land vertieft werden. Da war es naheliegend, Dozenten und Studenten des "Shanghai Medical Instrumentation College", also der Hochschule für Medizintechnik in Shanghai, nach Weiden einzuladen. Beide Seiten können davon profitieren, sagt Dekan Professor Dr. Franz Magerl von der hiesigen Fakultät für Wirtschaftsingenieure.

Die Wahlmöglichkeiten

Wir haben an einem der letzten Tage ihres einmonatigen Aufenthalts mit den Studenten gesprochen. Was ihnen denn in an der Weidener Hochschule am besten gefallen hat? "Die Breite der deutschen Ausbildung und die vielen freien Wahlmöglichkeiten für die Studenten" war die spontane Antwort von Herrn Yang Liu und Frau Dan Lyu. Beide sind Dozenten für Medizintechnik in Shanghai. Herr Liu kennt Deutschland sehr gut, weil er in Koblenz studiert hat. Und auf die Frage nach den Unterschieden zwischen der Hochschule in Shanghai und in Weiden gab es zwei Antworten. Die erste betraf zunächst Größenordnungen. An der Hochschule in Shanghai sind 4700 Studenten im Fach Medizintechnik eingeschrieben, in Weiden derzeit 160. Als Interviewer spürt man den ersten "Hauch von China". Schließlich leben im Bereich Shanghai auch mehr als 20 Millionen Einwohner. Doch es gibt auch eine Gemeinsamkeit. Die Absolventen der Hochschule in Shanghai würden alle sofort nach dem Studium einen Arbeitsplatz finden. Das gilt ja auch für die OTH-Studenten der Medizintechnik.

Als weiteren Unterschied nennen Herr Liu und Frau Lyu die enge Verzahnung von Lehre und Praxis in Deutschland. An ihrer Hochschule würde eher ein exakt festgelegter theoretischer Lehrplan vermittelt. Und Prof. Magerl, der die Hochschule in Shanghai auch schon besucht hat, lobt das dortige Lehrsystem bei dem auf 1 Lehrkraft rechnerisch nur rund 15 Studenten entfallen.

Auf dem Programm des einmonatigen Studienaufenthalts der chinesischen Studenten standen Vorlesungen, Praktika in den Hochschullabors und Projektarbeiten. Und jeder einzelne der chinesischen Studenten präsentierte in englischer Sprache ein einzelnes Projektthema. Dentaltechnik, Hybrid-OP und OP-Simulation sowie Diagnostik standen als Themen im Mittelpunkt.

Freunde gewonnen

"Beeindruckend sei die Kultur in Deutschland" sagten die chinesischen Gesprächspartner. Sie verstanden damit weniger die Baudenkmäler, die sie in Regensburg, Dresden und Berlin auch gesehen haben. Vielmehr lobten sie mit diesem Satz das methodische Denken und den Arbeitsstil in Deutschland. Und dass sie deutsche Freunde gewonnen haben, sagten sie auch. Beim geplanten Gegenbesuch deutscher Studenten in Shanghai können diese Freundschaften weiter gepflegt werden.

Auf ein Experiment besonderer Art wollte sich Professor Magerl zum Abschluss des Besuchs auch noch einlassen: Er ist mit seinen Besuchern in Weiden chinesisch Essen gegangen.
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