Influenza-Virus: Weitere Fälle in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN
"Es geht ganz schön zur Sache"

Überstunden wegen Influenza: Im Weidener Synlab-Labor bearbeiten die Mitarbeiter um Dr. Kurt Beyser seit gut drei Wochen massenweise Schnelltests auf Influenza, die aus ganz Deutschland eingesandt werden. In der Folge verlängern sich die Arbeitszeiten im Labor auf nach 22 Uhr. Bild: ggö

Volle Wartezimmer, leere Büros. Das sind nicht die einzigen Folgen einer Influenza-Welle, wie sie gerade besonders mächtig auch über Weiden und den Landkreis Neustadt/WN schwappt. Das zeigt die Nachfrage im Synlab-Labor.

Der ein oder andere mag sich schon besser fühlen. Fakt aber ist: Es stecken sich in Weiden, dem Landkreis Neustadt und deutschlandweit weiter Menschen mit dem Influenza-Virus an. Das zeigen die Test-Ergebnisse im Synlab-Labor in Weiden. "Es geht ganz schön zur Sache", bringt Dr. Dr. Hans-Wolfgang Schultis die Lage auf den Punkt. Es sei noch nicht ganz so schlimm wie zu Zeiten der Schweinepest. Trotzdem spricht der ärztliche Leiter des Labors von "stark ausgedehnten Arbeitszeiten" wegen des Schnelltests auf Influenza, den seine Mitarbeiter gerade massenweise durchführen.

"Seit gut drei Wochen geht das nun schon so. Das Team arbeitet deshalb täglich bis etwa 22 Uhr und länger." Und woran arbeitet es genau? Zuerst einmal gilt es, neben den vielen Tests aus der Region auch die zu bearbeiten, die aus ganz Deutschland in Weiden landen. Und das muss zackig passieren. "Die Ergebnisse müssen tagesgleich ausgegeben werden. Denn eine Behandlung muss 72 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome erfolgen", weiß Dr. Dr. Schultis. "Das heißt, ein Befund muss Konsequenzen haben, sonst hat er keinen Sinn", erklärt der Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Diplom-Biochemiker weiter. Im Fall einer Influenza lautet die Konsequenz übrigens: Isolation des Patienten.

Am Mittwochmorgen schöpfte Dr. Dr. Schultis schon Hoffnung: "Da fielen relativ viele Tests negativ aus", erinnert sich der Arzt. Doch er hatte sich zu früh gefreut, war einer statistsichen Momentaufnahme aufgesessen: "Denn gegen Abend hatten wir wieder massenweise positive Tests." Wie auch immer das Ergebnis aussieht, bis spät abends wird es telefonisch deutschlandweit mitgeteilt.

Und wie sieht es derzeit in Weiden und im Landkreis Neustadt aus? Waren es im Januar noch 55 Menschen, deren Influenza gemeldet wurde, zählte das Gesundheitsamt in den ersten drei Wochen des Februars bereits 256 gemeldete Fälle. 104 waren es allein in der vergangenen Kalenderwoche (14. bis 20. Februar). Die Zahl bildet das traurige Maximum in der Influenza-Saison, die für Amtsleiter Dr. Thomas Holtmeier in der 50. Kalenderwoche 2014 besonders früh begonnen hat. Bleibt die Frage, ob langsam ein Ende in Sicht ist? "Wir haben noch immer eine intensive Infektphase", sagt der Medizinaldirektor mit Blick auf die aktuellsten Zahlen, Stand Donnerstag, 16.30 Uhr. 73 Influenza-Meldungen gingen demnach bislang in dieser Woche ein. "Es wird also nach wie vor an vielen Orten geschnupft."

Arbeit im Großraumbüro sei übrigens der schnellen Verbreitung eines Infekts sehr dienlich. Doch es gibt sie noch: Menschen, die dem Virus etwas husten. Sie sitzen zum Beispiel im Gewerbegebiet Mitte über den Influenza-Schnelltests im Synlab-Labor.
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