Infohäppchen für Kunden

Die Kunden wünschen sich immer mehr Produkte aus der Region, erklärt an der OTH der Chef des E-Centers, Klaus Grünbauer, den Teilnehmern des konsumbewussten Stadtrundgangs Anke Reiß, Hans Bräuer, Jutta Ragnet, Dr. Markus Lommer und Pfarrer Hans-Martin Meuß. Bild: Steinbacher

Die Suche nach nachhaltigen Produkten fällt nicht immer leicht. Das wird mehr als deutlich beim ersten konsumbewussten Stadtrundgang. Aber sucht in Weiden überhaupt jemand danach?

Die Veranstaltung markierte eine Premiere in der Stadt - und war trotzdem mau besucht: Nur fünf Leute beteiligten sich am ersten konsumbewussten Stadtrundgang, zu dem die Evangelische Studierenden-Gemeinde Weiden und die Katholische Hochschulgemeinde Amberg-Weiden in Kooperation mit den Evangelischen und Katholischen Erwachsenenbildungswerken eingeladen hatten.

Allen voran schritten dann auch die Veranstalter Pfarrer Hans-Martin Meuß (ESG) und Pastoralreferent Dr. Markus Lommer (KHG) mit dem Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung Weiden, Hans Bräuer. Es folgte eine Greenpeace-Aktivistin, die immer wieder betont, wie wichtig ihr Qualität und Herstellung bei Produkten sind. Gerade arbeite sie an einer Karte der Stadt, in der Orte eingezeichnet sind, die nach ihrer eigenen Untersuchung umweltbewusste Produkte anbieten. Und dann gab es sie doch, die interessierte Weidener Bürgerin als Teilnehmerin, die schlicht mehr über Bio-Siegel wissen will , die sich täglich über die viele Folie wundert, die der Metzger automatisch um die Wurst wickelt oder die sich über den Berg Abfall nach dem Wocheneinkauf ärgert.

Gemeinsam brachen sie auf zu den vier Stationen des Abends: Edeka Grünbauer gegenüber der OTH, Bekleidung Friedmann, Buchhandlung Rupprecht und der Eine-Welt-Laden. "Es geht hier auch um die Bewusstmachung bei den Geschäften", meinte Bräuer. "Vielleicht ändert sich etwas im Angebot, wenn deutlich wird, dass Kunden fair gehandelte und produzierte Ware wichtig ist."

Regionale Produkte wichtig

Bei Lebensmittel wird dem Kunden fair produzierte Ware immer wichtiger, bestätigte Klaus Grünbauer vom gleichnamigen Einkaufscenter. "Und die Nachfrage nach regionalen Produkten steigt", wusste der Unternehmer. Bis zu 45 Hersteller aus der Region (Umkreis von 30 Kilometer um Weiden) habe er deshalb aktuell im Sortiment und reicht Kostproben von heimischen Metzgern, Preiselbeer- und Zoigl-Delikatess-Herstellern. Das mache derzeit zehn Prozent am Gesamtangebot im Lebensmittelbereich mit 25 000 verschiedenen Artikeln aus. Obendrauf kommen die Angebote an fair gehandelten Waren. "Früher haben drei Leute am Tag nach solchen Produkten gefragt. Heute sind es etwa 20 am Tag." Zum Verhältnis: 1000 Leute kommen durchschnittlich vorbei.

Jacke wie Hose sind fair produzierte Produkte im Bekleidungsgeschäft von Werner Friedmann. "Wenn's hochkommt, fragen Kunden zwei Mal pro Jahr nach so einer Jeans. Viel wichtiger ist ihnen, was kostet sie und passt sie", erklärte Friedmann bei der zweiten Station. Trotzdem bemühte sich der Unternehmer, dessen Geschäft seit 1826 existiert und das damit wohl das nachhaltigste Stück am ganzen Stadtrundgang darstellte, dem Thema gerecht zu werden und informierte über die nachhaltige Levis-Jeans Waistless, die zu 20 Prozent aus PET-Flaschen bestehen würde.

Reparatur-Kultur?

Passend dazu dekorierte die Buchhandlung Rupprecht ein Schaufenster mit Buchtiteln wie "Dreimal anziehen, weg damit. Was ist der wirkliche Preis für T-Shirts, Jeans & Co?", "Kaufst du noch oder reparierst du schon?" oder "Was das HABEN mit dem SEIN macht". Infos in der Sache gibt es also viele. Nur müssen sie auch nach dem konsumbewussten Stadtrundgang, der übrigens bei Glühwein im Eine-Welt-Laden ausklang, von den Interessierten wohl mühsam selbst abgerufen werden.
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