Infoveranstaltung des Imkervereins - Bitte an Bürger: Keinen Honig in Wespenfallen
Faulbrut bedroht Bienen

Rund 60 Imker interessierten sich für eine Aufklärungsversammlung, die der Imkerverein Weiden und Umgebung organisiert hatte. Erhard Härtl, zweiter Vorsitzender des Vereins und Bienenfachberater in Niederbayern, informierte vor allem über die Amerikanische Faulbrut.

Dabei handelt es sich um eine sehr gefürchtete Brutkrankheit der Bienen, die hochansteckend ist und ganze Völker dahinrafft. Härtl zeigte Bilder, wie die Brutwaben bei Befall aussehen. Eine Ansteckung erfolge oft durch das Ausräubern der Honigvorräte durch gesunde Bienen von erkrankten Völkern, die die Fluglöcher nicht mehr bewachen können. So holen sich vitale Völker die Sporen ins eigene Futter und können erkranken. Besonders infektiös ist das Spätstadium der eingetrockneten Schorfe der Überreste der Bienenbrut. In ihm sind Milliarden von Sporen enthalten, die erneut in Bienenmaden auskeimen können. Für den Menschen sind die Sporen absolut ungefährlich, daher ist der Honig verkehrsfähig.

Härtl erläuterte, dass es sehr wichtig ist, bei Ausbruch der Seuche alle Völker im betroffenen Gebiet zu kontrollieren. Auch auf wildlebende Völker muss geachtet werden. Er wies auf die Meldepflicht jedes Imkers beim Veterinäramt hin. Nur so können alle in nötige Maßnahmen einbezogen werden. Er appellierte an die Imker, durch frischen Wabenbau, sorgfältige Völkerführung und -kontrollen einem Ausbruch vorzubeugen. Im Ernstfall empfiehlt er eine enge Zusammenarbeit, damit der Ausbruchsherd gefunden werden kann. Faulbrut ist anzeigepflichtig.

Im Ausland werden Medikamente zur Bekämpfung eingesetzt. Dies ist in Deutschland wegen Rückständen im Honig nicht zulässig. Da ausländischer Honig eine hohe Sporenbelastung aufweisen kann, bitten die Imker eindringlich, keinen Honig zur Fütterung oder für Wespenfallen aufzustellen. In den Altglascontainer sollten nur gereinigte Gläser.
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