Integration Flüchtlinge - MdB Rupprecht in Agentur für Arbeit: Stellen sensibilisieren
Zusätzliche Sprachkurse

"An Zuständigkeiten darf die Integration von Flüchtlingen nicht scheitern. Darin waren sich MdB Albert Rupprecht und der Chef der Arbeitsagentur, Andreas Staible, absolut einig. Bild: sbü
(sbü) Der Besuch von MdB Albert Rupprecht in der Arbeitsagentur Weiden war von einer einzigen Fragestellung geprägt: Wie kann es gelingen, Flüchtlinge rasch in das Berufsleben zu integrieren? Dass auf diese Frage schnell eine befriedigende Antwort gefunden werden muss, darüber waren sich der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Andreas Staible, und der Abgeordnete absolut einig.

Staible berichtete dem Abgeordneten, dass sowohl überregional als auch regional in Weiden derzeit wichtige Weichenstellungen vorgenommen werden. In einem ersten Schritt ist vorgesehen, dass zusätzliche Sprachkurse durch die Arbeitsagentur eingerichtet werden. Im Rahmen einer "Erstorientierung" werden für Flüchtlinge "mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit" im Agenturbezirk Weiden 1500 Eintritte geplant. Jeder Kurs umfasst 220 Unterrichtsstunden und dauert 8 Wochen. Er ist als erster Schritt zum Lernen der deutschen Sprache anzusehen. Später werden dann berufsbezogene Sprachlehrgänge folgen.

Es geht um 2000 Menschen

Staible berichtete auch, dass die berufliche Integration von Flüchtlingen als gesonderte Zielgröße im kommenden Jahr einen sehr hohen Stellenwert in den geschäftspolitischen Zielen der Arbeitsagentur haben wird. Wie groß diese Aufgabe werden wird, schätzten Staible und Rupprecht anhand der vorliegenden Zahlen ein. "Grob geschätzt geht es im gesamten Agenturbezirk Weiden um rund 2000 Menschen", entnimmt Rupprecht den ihm übergebenen Unterlagen. Einig sind sich die beiden Gesprächspartner auch darüber, dass "eine Prozesskette von ineinander greifenden Aktivitäten gebildet werden muss", um das Eingliederungsziel zu erreichen.

Alle Beteiligten müssten ins Boot geholt werden, denn es gibt zersplitterte Zuständigkeiten. Bundesamt für Migration, Ausländerbehörde, Caritative- und Wohlfahrtsorganisationen müssten mit der Arbeitsagentur eng zusammenarbeiten. "Da müssen nicht nur unterschiedliche gesetzliche Aufträge, sondern auch unterschiedliche Verfahren und Mentalitäten koordiniert werden", stellt Staible fest. Regelmäßige Absprachen auf strategischer und auf operativer Ebene seien in gemeinsamen Gremien zwingend erforderlich.

Hindernis Datenschutz

Vergleichbares würde derzeit auch in den Jugendberufsagenturen erprobt. Rupprecht versprach mitzuhelfen, dass alle beteiligten Stellen dafür sensibilisiert werden und bereit sind, mitzuarbeiten. Annehmen will sich der Abgeordnete auch dem Thema Datenschutz, denn dieser sei häufig ein großes Hindernis in der Zusammenarbeit von Behörden. "Außergewöhnliche Umstände erfordern auch außergewöhnliche Maßnahmen", waren sich die Gesprächspartner einig.
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