Integrationsgremium will Asylbewerbern helfen - Arbeitsgruppe gegründet
Beistand vom Beirat

Ja, es gibt Bewegung. Jedoch noch nicht genug. Was die Situation der Asylbewerber in Weiden betrifft, "tut sich was", stellt Veit Wagner im Integrationsbeirat fest. Allein: "Es ist noch viel zu wenig." Deshalb, erläutert der Vorsitzende des Gremiums, solle sich auch der Beirat einmal Gedanken machen, wie er diesen Menschen helfen könnte. Einige Ideen haben die Mitglieder tatsächlich schon. Genaueres wollen sie nun in einer Arbeitsgruppe ausarbeiten.

Längst gibt es nicht mehr nur "Camp Pitman" als zentrale Unterkunft für Asylbewerber in Weiden. In der Johannisstraße oder im ehemaligen Schlachthofgebäude leben inzwischen ebenso Neuankömmlinge. In Letzterem, berichtet Wagner als Beispiel, seien unter anderem "zwölf Syrer, vom Arzt bis zum Ingenieur", untergebracht. Sie bekämen inzwischen Sprachkurse, die Freiwillige anböten. Auch für ein paar der jungen Asylbewerber, die in der Berufsschule Unterricht bekommen, soll sich bald etwas bessern. Eine Handvoll von ihnen soll ab Dezember schulnah eine Wohnung bekommen. Eine große Verbesserung. Hans-Jürgen Gmeiner jedenfalls berichtet von einem Besuch in "Camp Pitman". Fazit: "Vernünftiges Lernen ist da nicht möglich."

Eigene Erfahrungen

Überhaupt haben zumindest manche dort offenbar gravierende Schwierigkeiten. Wagner, selbst kürzlich vor Ort, erzählt, wie einer der Bewohner "völlig durchgedreht" ist. Woran es konkret lag, bleibt unklar. Klar ist für Wagner dagegen, dass der Beirat besonders dazu geeignet ist, den Asylbewerbern zu helfen. Schließlich hätten einige Mitglieder des Gremiums selbst Erfahrungen, etwa die, wie es ist, mehr als eine Heimat zu haben.

Ein paar Ideen gibt es schon. Elena Hierold regt an, sich für einen Internetzugang im Camp einzusetzen, damit die Bewohner leichter Kontakt mit Familien und Bekannten aufnehmen können. Die Bezirksregierung habe das bislang mit Verweis auf möglichen Missbrauch für terroristische Aktionen verboten, so Hierold. Umgekehrt moniert sie, dass es im Internet Hetze gegen Flüchtlinge gebe - hier könnte der Beirat etwas unternehmen, um dagegenhalten. Auch ein Besuch des Beirats in der Unterkunft ist angedacht, genauso wie der Besuch eines Asylbewerbers bei der nächsten Sitzung. Einzelheiten und weitere Ideen soll nun eine Arbeitsgruppe des Beirats besprechen.
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