Intelligent investieren

Drei Energie-Experten standen den Unternehmern Rede und Antwort: (von links) Matthias Rösch vom ETZ Weiden, Stefan Korb von "ip³" und Claus Herzmansky von der DZ Bank AG Nürnberg. Bild: sbü

Investitionen sind in der Wirtschaft fast immer mit Risiken verbunden. Nicht aber im Energiebereich. Wer hier investiert und richtig plant, kann viel Geld sparen. Vor allem den Klein- und Mittelbetrieben aber fehlen oft Mut und die nötigen Informationen. Abhilfe schaffte nun ein Vortragsabend.

(sbü) "Wie man mit effizienten Technologien Strom und Wärmekosten sparen kann und welche staatlichen Förderprogramme dafür zur Verfügung stehen?" So lautete die Ausgangsfrage des Informationsabends für Betriebe im Bildungszentrum der Handwerkskammer in Weiden. Eingeladen hatten Handwerkskammer, Raiffeisenbank Weiden und das Energie-Technologische Zentrum (ETZ). Ziel war - nach der Begrüßung durch Raiffeisenbank-Direktor Hermann Ott und den neuen Leiter des Bildungszentrums, Tobias Knauer -, vor allem Klein- und Mittelbetriebe von der Wirtschaftlichkeit energiesparender Investitionen zu überzeugen.

Schließlich hätten sich die Energiekosten für Betriebe in den vergangenen 14 Jahren verdoppelt. Mit einer Trendumkehr sei nicht zu rechnen. Die versammelten Unternehmer hörten von drei Experten deshalb zahlreiche Argumente und vor allem Rechenbeispiele: 36 Milliarden Euro zahle die Wirtschaft jährlich für Energie, erläuterte Diplom-Ingenieur Matthias Rösch vom ETZ. Und die Einsparpotenziale seien enorm. Zum Beispiel bei den Stromkosten für Beleuchtung (rund 70 Prozent) oder in der Lüftungstechnik (30 Prozent).

Rösch empfahl die Inanspruchnahme der Förderprogramme des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Ganz besonders wies er auf die Fördermöglichkeit von bis zu 30 Prozent der Investitionskosten für energiesparende Technologien hin: "Sparen Sie nicht am falschen Ende."

Ähnlich argumentierte Diplom-Ingenieur Stefan Korb vom Ingenieurbüro "ip³". Er blickte zur Decke des Versammlungssaals und bemerkte sofort ein Einsparpotenzial von "mehreren Kilowattstunden, wenn die Beleuchtungsröhren auf LED-Lichter umgestellt werden". Im Mittelpunkt seines Referates stand jedoch die Eigenerzeugung von Strom durch Photovoltaik, die "sich nach wie vor rechnet". Allerdings sollten die Anlagen "möglichst aufgrund intelligenter Lastgang-Werte richtig ausgerichtet werden". Damit ließe sich die optimale Kombination von Eigenverbrauch, Stromeinspeisung und Strombezug erreichen.

Claus Herzmansky von der DZ Bank AG Nürnberg empfahl "zinssubventionierte Darlehen von LfA und KfW" zur Finanzierung. In einem von ihm genannten Beispiel hatten sich nach Inanspruchnahme eines solchen Darlehens die Investitionskosten nach sieben Jahren amortisiert. Er riet auch dazu, "Förderanträge immer vor Beginn von Investitionen zu stellen". Und er nannte zahlreiche konkrete Einzelbeispiele. So unter anderem die Erneuerung einer Tankstellenbeleuchtung mit LEDs, die bei 30 000 Euro Investitionskosten eine jährliche Einsparung von 6600 Euro erbrachte.
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