Intensive Malkunst

Die Farbe Gelb dominiert in den Bildern des Künstlers Tom Brankovic. Irene Fritz, Vorsitzende des Oberpfälzer Kunstvereins, eröffnete seine Ausstellung. Bild: Kunz

Die Bibel liefert Tom Brankovic die Motive für seine Bilder. Und die Inspiration dafür holt sich der tiefgläubige Künstler in Griechenland: am Heiligen Berg Athos.

"In meinen Bildern schicke ich sie auf eine Reise in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft", sagte der tiefgläubige Künstler Tom Brankovic bei der Vernissage seiner Ikonen- und Jesus-Darstellungen in der Galerie des Alten Schulhauses. Warum? "Weil Jesus war und auch immer ist - in uns und mit uns."

Die Ausstellung passe sehr gut in die Weihnachtszeit, unterstrich die Vorsitzende des Oberpfälzer Kunstvereins (OKV), Irene Fritz. Erst kürzlich habe sie erfahren müssen, dass die Wertigkeit oder gar der Begriff des Engels bei einigen Kindern nicht mehr existiere. Vielen seien Elfen aus Mittelerde näher, als Erzengel, wie Gabriel oder Michael. "Neulich meinte einer zu einer Engelsdarstellung, dies sei ein Vogelmensch."

Der OKV-Künstler Brankovic, der einen Teil des Jahres am Berg Athos in Griechenland verbringe, sehe diese Dinge anders. Wer seine Bilder betrachte, der glaube, die Renaissance sei gerade erst vorbei und die herzlose Strenge des Klassizismus noch gar nicht entdeckt. Ein "Nazarener" sei er aber auch nicht.

Eine bestimmte Stilrichtung kenne Brankovic nicht, sagte Fritz. "Er ist ein Bildererzähler." Und die Bibel liefere ihm dabei unzählige Geschichten als Quellen für seine Bilderideen. Seine Arbeiten mit Motiven aus dem Neuen Testament präsentieren sich auf der Erzählebene. Sie zeigen zum Beispiel die Passion Christi.

Klare Formen

Das Bildgeschehen drängt sich durch seine intensive Farbigkeit mit dem Grundton gelb optisch in den Vordergrund. Die Malkunst strotzt vor Intensivität. Seine Bildsprache ist zuallererst gekennzeichnet durch die Deutlichkeit des Gegenständlichen. Nirgends gibt es verschwommene Formen, nie Zweifel was gegenständlich gemeint ist.

Die erscheint bei Brankovic detailliert, jedes Detail von Formgruppen gebildet, die das jeweilige Typische erfassen. Das letzte Abendmahl, der Prozess vor Pilatus, die Kreuzigung und die Auferstehung. Eine betonte Rolle spielt hierbei das Licht in der Bildökonomie als das stärkste Stilmittel, das einem Ikonen- und Geschichtenmaler zur Verfügung steht.
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