Intensivtäter in Psychiatrie

(ca) Die 1. Große Strafkammer des Landgerichts hat für einen Weidener (29) die Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine Freundin über einen Monat gegen deren Willen in der Wohnung seines Vaters festgehalten, mit Schürhaken und Schlagstock verprügelt, geschlagen und vergewaltigt hat. Eine Verurteilung zu einer Haftstrafe war nach dem Gutachten eines Psychiaters nicht mehr möglich: Der Arzt bescheinigte eine Psychose zur Tatzeit, ausgelöst durch die gleichzeitige Einnahme von Haschisch und Crystal. Zusätzlich erkannte er eine schwere Persönlichkeitsstörung. Der 29-Jährige ist elffach wegen massiver Gewaltdelikte vorbestraft.

Das letzte Wort hatte der Angeklagte: "Die letzten Monate waren für mich der Horror." Der 29-Jährige meint damit die erlittene U-Haft und bestärkte damit Staatsanwalt Hans-Jürgen Schnappauf: "Was soll ich von einem Täter halten, der nicht die leiseste Spur von Mitleid zeigt?" Auch Landgerichtspräsident Walter Leupold sah "Null Empathieempfinden": "Wenn er heute rauskommt, ist nur die Frage, ob er morgen oder übermorgen wieder in dieser Weise tätig wird." Die Unterbringung nach Paragraph 63 ist unbefristet, wird aber regelmäßig überprüft.
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