Italienische Brüder spielen die Musik der Bee Gees
Ohrwürmer am laufenden Band

Wie das Original Bee Gees sind auch die Klone Brüder: Walter, Davide und Pasquale Egiziano aus Paola in Kalabrien. Bild: Kunz
Die Eintrittskarte für das Bee Gees-Konzert am 31. Mai 1989 in der Nürnberger Frankenhalle, hat daheim einen Ehrenplatz bekommen. Was war das für ein großartiger Gig. Barry, Maurice und Robin Gibb zweieinhalb Stunden lang vereint. Die Fans waren schier aus dem Häuschen, vor allem als die Pop-Legenden die großen Disco-Nummern aus den Siebzigern spielten.

Blue Weaver hatte, wenn auch einen bescheidenen, Anteil an diesem bis dahin meistverkauften Album der Welt. Von 1975 bis 1980 war er Keyboarder bei den Bee Gees. Er saß an den Tasten, als im Studio so gewaltige Sounds wie "Night Fever", "Stayin' Alive" oder "How deep is Your Love" eingespielt wurden und er ging auf Tournee mit ihnen.

Meilensteine des Pop

Am Donnerstagabend steht Weaver auf der Bühne der Max-Reger-Halle und freut sich, wieder einmal echte Bee-Gees-Musik machen zu dürfen. Es ist immerhin 50 Jahre her, als drei Jungs aus Australien sich anschickten, nach England auszuwandern um von dort aus die Musikwelt aufzumischen. Material wie "I've gotta get a Message to You", "New York Mining Disaster 1941", "Word's" und "Massachusetts" aus dieser Ära zählt zu den Meilensteinen der Musikgeschichte.

Entsprechend hoch ist der Altersdurchschnitt im Saal. Leider sind nur 150 Fans gekommen. Ein paar Tage vorher waren "The Italian Bee Gees" mit ihrem "Massachusetts"-Musical noch vor 2000 Fans aufgetreten. Der Begriff "Musical" trifft den Abend nicht ganz. Sicherlich, es ist ein Entertainer dabei, der moderiert. Aber eigentlich dreht sich der Auftritt nur um die Musik.

Originale auf Leinwand

Die drei Italiener liefern ein klassisches Bee Gees Konzert. "Tragedy", "You should be Dancing". Mit solchen Nummern reißen sie die Fans von den Stühlen. Vor allem in jenen Momenten, wenn die Originale über eine Leinwand zugespielt werden und man sich ihnen ganz nah fühlt. Einer der Höhepunkte ist deshalb auch der, als die Gruppe lippensynchron mit einem Teddy im Arm das Video "This is where I came in" besingt.

Die Show lässt die Karriere der Gibb-Brüder wieder aufleben und erinnert auch an den jüngsten Gibb - Andy (1988 gestorben). Wie das Original sind auch die Klone Brüder: Walter, Davide und Pasquale Egiziano aus Paola in Kalabrien. Sie zeigen in Form des mitreißenden Musicals die wichtigsten Stationen des Trios, das im Laufe ihrer Karriere 260 Millionen Tonträger verkauft und sechs US-Nummer 1 Hits in Folge platziert hat. Die Bee Gees gelten als die erfolgreichste Familienband aller Zeiten.

Die Fans flippen völlig aus. Am Ende hält sie nichts mehr auf den Sitzen. Alles stürmt nach vorne und tanzt: "I.O.I.O", "More than a Woman", "Too much Heaven", "You win again", "Immortality" und das wunderschöne Robin Gibb Solo "Juliet". Ein Nostalgietrip mit einer Kultband, die bis zum Tod von Maurice Gibb (2003) - Robin Gibb folgte seinem Bruder 2012 - Ohrwürmer am laufenden Band produziert hat.
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