Jäger des verlorenen Autos

Chapeau! Gerade mal eineinhalb Stunden brauchte die Polizei von der Meldung eines Autodiebstahls bis zur vollständigen Aufklärung. Die stellte sich jedoch ganz anders dar als zunächst vermutet. Und am Ende hat der 53-jährige Besitzer zwar seinen Wagen wieder, aber wohl nicht mehr viel Freude daran: Der Verlust des Führerscheins droht.

Den Notruf 110 hatte der Brandenburger am Dienstag gegen 19.15 Uhr gewählt. Jemand habe seinen Audi 80 gestohlen, jammerte der Mann. Eine Streife traf den Anrufer auf dem Parkplatz eines Supermarktes an der Brenner-Schäffer-Straße an, informiert der Polizeibericht. Dort stand der Audi 80 schon mal nicht. Wo dann? Der Brandenburger, der viele Jahre in Weiden wohnte, war sich plötzlich nicht mehr sicher, dass er Opfer eines Diebstahls geworden war. Nun nannte er den Beamten mehrere Orte, an denen er seinen Wagen geparkt haben könnte. Oder - hat er ihn etwa gar nicht geparkt ...?

Wahrscheinlich nicht. Der 53-Jährige konnte nicht ausschließen, das 23 Jahre alte Gefährt verkauft zu haben. Für die Polizei, "wurde die Geschichte immer mysteriöser", heißt es in der Mitteilung. Andererseits wurde auch eins immer klarer: dass der Brandenburger nicht ganz nüchtern war. Die Gesetzeshüter brachten den Mann zur Polizeiinspektion, bevor sie die Suche nach dem Audi 80 fortsetzten. Der Alkomat ergab einen Wert von 3,2 Promille.

Wenig später fand eine Polizeistreife den Audi 80 an der Ecke Hoch-/Weigelstraße: "ordnungsgemäß geparkt und versperrt". Ein Diebstahl konnte auch aus anderem Grund ausgeschlossen werden: Der 53-Jährige hatte den Fahrzeugschlüssel bei sich. Dann aber auch nicht mehr. Denn die Polizei stellte den Schlüssel sicher und verständigte die Führerscheinstelle wegen des offensichtlichen Alkoholproblems des Mannes. Den Brandenburger brachte ein Taxi nach Hause. Wenn demnächst eine Meldung über gestohlene Autoschlüssel einginge - die Polizei müsste nicht lange suchen. Dieser Fall ist bereits geklärt.
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