Jagdbogen werden neu vergeben

Der Verkauf des Stadtwaldes an die Stadtwerke ist bereits notariell verbrieft. Die meisten der Jagdpachtverträge müssen deshalb neu ausgeschrieben werden.

Das wurde in der Jahresmitgliederversammlung der Jagdgenossenschaft Weiden deutlich. Nach dem Grundbucheintrag ergeben sich neue Besitzverhältnisse und Raumaufteilungen, so dass ab April eine Neuvergabe für die Jagdbogen I und III erfolgt - nach der Ausschreibung für die nächsten neun Jahre.

Wie Jagdvorsteher Alois Lukas erläuterte, ist der Jagdbogen I in der jetzigen Form nicht mehr festlegbar. Laut Gesetz entstehe ein Eigenpacht-Revier der Stadtwerke, erläuterte Stadtförster Wolfgang Winter. Man müsse sich mit den Stadtwerken zusammensetzten und es würden zwei Pachtverträge für dieses zerklüftete Gebiet nötig, sagte Lukas. Tobias Kaltenecker jedenfalls möchte den Jagdbogen I nicht mehr bejagen. Für den Jagdbogen II waren bisher die Pächter Hans Dittrich, Thomas Schaller und Gerhard Dagner zuständig. Wenn Gespräche mit den bewährten Jägern positiv verlaufen würden und auch der Anteil von Gerhard Dagner, der sich aus beruflichen Gründen zurückziehen möchte, übernommen würde, wäre dieses Gebiet wieder vergeben. Weil Monika Flor eine Verlängerung des Jagdbogens III ablehnte und Heiner Vierling nicht die ganze Fläche alleine übernehmen will, erfolgt hier eine Neuausschreibung.

Die Versammlung beschloss, den Reinertrag nicht auszubezahlen, sondern die Gelder als Zuwendung für den Wegebau oder die Instandsetzung der Forstwege in den Ortsteilen zu verwenden aber auch das Frauenhaus Weiden und die Weihnachtsaktion der Stadt Weiden zu unterstützen.

Namens der Unteren Jagdbehörde lobte Reinhold Gailer die Arbeit der Jagdgenossen. Er nannte als Hauptthema den Wildschwein-Alarm in Bayern, wobei die größten Rotten im Raum Augsburg aufgetreten seien. Die Abschüsse der "Schwarzkittel" seien in Bayern deutlich gestiegen: von 3000 Stück im Jahr 1980 über 28 000 im Jahr 2000 auf heute über 68 000. Eine Gefahr bedeute die afrikanische Schweinepest, eine Virenerkrankung, die von Litauen bis nach Polen vorgedrungen sei und auch auf das Hausschwein übergreifen könne.

Jagdberater Herbert Burger bezeichnete den Einsatz von Nachtzielgeräten als sinnvoll und belegte dies anhand von Zahlen. Als Gründe für die wachsende Population von Schwarzwild nannte er die milden Winter sowie das Schlaraffenland an Mais, Eicheln, Bucheckern und Feldfrüchten, bei denen nach der Ente keine Nachlese mehr erfolge.

Neuvergabe im Februar

Der Dank der Versammlung galt den Jagdpächtern für die Finanzierung des Jagdessens. Alois Lukas legte die nächste außerordentliche Jagdversammlung auf 27. Februar 2015 fest. Thema wird die Neuvergabe der Pachtflächen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2014 (1863)
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