Jetzt aber fix

Schleunigst zum schnellen Internet: Diskutiert haben darüber (von links) die Vertreter der Handwerkskammer Alexander Stahl, Christian Stachel, Kreishandwerksmeister Joachim Behrend und Kammer-Präsident Dr. Georg Haber mit kommunalen Vertretern aus der Region, darunter Landrat Andreas Meier (Zweiter von rechts). Mit dabei auch Anton Hösl, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Weiden (rechts). Bild: sbü

Das Handwerk fordert schnelles Internet. In einem Gutachten ließ die Kammer Niederbayern-Oberpfalz die Breitbandversorgung analysieren. Zur Vorstellung der Ergebnisse kam jetzt eigens Präsident Dr. Georg Haber nach Weiden. Er war überrascht: Aus der Region hörte er auch viel Positives.

(sbü) Zum einem Breitband-Dialog mit der Politik hatte die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz nach Weiden eingeladen. Zahlreiche Bürgermeister aus der Region hörten die Forderungen des Handwerks. Eine wissenschaftliche Studie wurde dabei vorgestellt. Es analysiert die derzeitige Versorgungssituation mit Breitbandanschlüssen in Bayern und stellt die Schlussfolgerungen für Handwerksbetriebe dar.

Gleich zu Beginn des Abends erklärte Handwerkskammer-Präsident: "Die ländlich geprägten Gemeinden werden nur dann in der Lage sein, ihre Bürger und Betriebe zu halten, wenn die grundlegenden Kommunikationsinfrastrukturen und die modernen Breitbanddienste zur Verfügung stehen." Mit Zahlen aus der Studie belegte dies Dr. Haber. So zum Beispiel, dass nur jeder zweite aller Oberpfälzer Haushalte über Internet mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von über 50 Mbit/s verfüge. "In Oberbayern profitieren bereits 76 Prozent aller Haushalte von den Hochgeschwindigkeitsanschlüssen."

Digitale Zusammenarbeit

Schnelles Internet gelte als die wichtigste Voraussetzung für weitere Innovationen und Wachstum im Handwerk. Mit praktischen Beispielen untermauerte Haber diese Feststellung. Unter anderem den Fall, dass Maurer, Dachdecker, Elektrotechniker und alle anderen an Baumaßnahmen Beteiligten "softwaregestützt" gemeinsam an einem Bauprojekt arbeiten würden. Digitale "Bauwerksinformationsmodelle" würden genutzt, bei denen Architektur, Materialien, Mengen und Eigenschaften jederzeit über Computer abgerufen werden könnten.

Für Haber ist "im ländlichen Raum der Versorgungsgrad noch nicht zufriedenstellend". Vor allem auf die Zukunftsfähigkeit der Breitbandnetze komme es ihm an. Der Präsident lobte das von der Bayerischen Staatsregierung aufgelegte 1,5 Milliarden-Programm zum Breitbandausbau. Aber: "Es gibt noch Luft nach oben."

Die erste Antwort von kommunaler Seite auf die Forderungen des Handwerks formulierte Landrat Andreas Meier. "Was früher die Verkehrsinfrastruktur war, ist heute die Datenautobahn", stellte er fest. Bis auf zwei Gemeinden stünden alle Kommunen seines Landkreises im Förderverfahren der Bayerischen Staatsregierung. "Doch unser Landkreis will weiter gehen", kündigte Meier an. "Unser Ziel ist der Glasfaserlandkreis Neustadt/WN." Dafür werde ein "Masterplan Glasfaser" für alle Kommunen aufgestellt. Spätestens bis Ende des Jahres verfüge jede Kommune über Planungsunterlagen für Glasfaserversorgung bis zum Endnutzer. Kupferleitungen in der "letzten Meile" verlangsamten die Internetgeschwindigkeit erheblich, sagte Meier.

"Kleine" überfordert

In der abschließenden Diskussion fragte Bürgermeister Rupert Troppmann aus Neustadt/WN etwas kritisch: "Was investiert das Handwerk in das schnelle Internet?" Antwort von Dr. Haber: "Viele größere Betriebe haben sich das schon auf eigene Kosten legen lassen, aber der kleine Handwerker ist dabei überfordert."
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