Josef Gebhardt (SPD) befürchtet im Bauausschuss "Hirschauer Stückl" - Mehrheit für "Masterplan ...
Testsperrung der Sedanstraße erst 2018

Wenn's wirklich so kommt, ist's ein "Hirschauer Stückl", befürchtet Josef Gebhardt. Mit Schrecken nimmt der SPD-Stadtrat die Mitteilungen von Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm zur Kenntnis. Demnach ist ein Testlauf zur Sperrung der Innenstadtspange (Dänner-Eck bis Neues Rathaus) erst möglich, wenn die Stadtgalerie fertig ist. "Das kann's doch nicht sein: Die Stadtgalerie ist dann im Vollbetrieb und wir wissen gar nicht, wie die Verkehrsführung sein wird", fasste Gebhardt im Bau- und Planungsausschuss die "Mitteilung" zusammen.

Für Bohm ist das Problem nicht so groß: Das Einkaufszentrum sei so konzipiert, dass es auf jeden Fall funktioniere, gleich, welche Verkehrsbedeutung den relevanten Teilen von Sedan- und Dr-Pfleger-Straße zugewiesen seien. Einen zeitnahen Test machten die Bauarbeiten für die Stadtgalerie sowie an Kanal und Rehmühlbach ( vom Dännereck in die Leibnizstraße) unmöglich.

Bohm und Stadtplaner Friedrich Zeiß kämpften gemeinsam um die weiteren Vorarbeiten zur Vergabe eines integrierten Innenstadtentwicklungskonzepts. Dieser "Masterplan", so Zeiß, sei keineswegs die Fortschreibung von irgendwelchen Gutachten, sondern solle auf die aktuellsten Entwicklungen eingehen. Die Stadtgalerie habe ihre eigene Kraft, betonte Zeiß. "Es ist wichtig, dass sie von der Innenstadt verstanden wird. Dazu brauchen wir ein koordiniertes Vorgehen. Die Stadt muss ihre Potenziale nutzen. Die Galerie wird auch für sich alleine existieren." Zugleich biete sich mit der anstehenden Neufassung des Flächennutzungsplanes die Chance, zum Beispiel den hochwertigen Bauflächen entlang der Leibnizstraße eine mögliche Nutzung zuzuordnen. Zudem sei die zukünftige Bedeutung der Innenstadt als Wohn- und Arbeits-, Bildungs-, Freizeit- Kultur- und Tourismusstandort sowie als räumlich-sozialer Mittelpunkt der Stadt zu bestimmen.

Weiterer Pluspunkt: Die Regierung würde den Masterplan (Kosten von 80 000 bis 140 000 Euro) hoch bezuschussen. Die von der CSU geforderte Beschränkung auf den Einzelhandel sei hingegen nicht förderfähig. Während Hildegard Burger (SPD) vehement für den Masterplan sprach, befürchtete Stefan Rank (Bürgerliste), dass nur erneut ein Werk entstehe, das wieder in der Schublade verschwinde, weil die Mittel für die Umsetzung fehlten. Die durch Fondara ausgelöste Entwicklung werde so schnell sein, dass ihr kein Gutachten folgen könne. Gute Investoren und gute Geschäftsleute warteten nicht auf die Stadt, sondern hätten ihre eigenen Konzepte. Bürgermeister Jens Meyer, der die Sitzung leitete, fand schließlich den Beschlussvorschlag, gegen den nur noch Alois Schinabeck (SPD), Reinhold Wildenauer und Stefan Rank (Bürgerliste) stimmten: Ein modular aufgebauter Masterplan soll weiter verfolgt werden. Erstes Modul: Einzelhandel.
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