Jugendarbeit neu aufstellen

Der Stadtjugendring will sich für die Zukunft öffnen und sich gleichzeitig selbst treu bleiben. Ob dieser mutige Spagat gelingt, hängt auch ab von neuen Allianzen.

(blu) Vorsitzender Tobias Reichelt redet bei der Frühjahrsvollversammlung nicht lange um den heißen Brei: die unbesetzte vierte Stelle im JuZ-Team, die noch immer nicht ausgeschrieben ist. Die Stelleneinsparung minimiere das Angebot um 1600 Arbeitsstunden pro Jahr. Das wirke sich im "offenen Betrieb" auf etwa 130 Jugendliche aus 18 Herkunftsländern aus. Die Einsparung treffe auch die Projektarbeit, etwa den beliebten "Dance Your Style"-Contest. Ohne die vierte Stelle hätte es vieles nicht gegeben.

Reichelt schlägt für die Zukunft eine "neue Sicht der Dinge" auf die Jugendarbeit in Weiden vor. Die eng geschnittene Debatte um die vierte Stelle will er ersetzen durch eine komplett neue Konzeption der Jugendarbeit in Weiden. Diese soll nicht nur die Jugendlichen im JuZ und in den organisierten Jugendvereinen einschließen, sondern alle Jugendlichen in Weiden. Er schlägt eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem Jugendamt und der Stadt vor.

Der Präsident des Bundesjugendrings Matthias Fack lobte die Arbeit des SJR. Die regionale Drogenaufklärungs-Kampagne "Need no Speed" gab sogar den Anstoß für grenzüberschreitende Projekte auf Landesebene. Der Haushaltsbericht fiel vergleichsweise solide aus. Im Unterschied zur Stadt Weiden kann Reichelt stolz verkünden: "Der Stadtjugendring hat keine Schulden."

OB Kurt Seggewiß erinnerte in seinem Grußwort, dass die Haushaltskonsolidierung auch neue Stellen schaffen könne, etwa im Jugendamt, das dramatisch unterbesetzt gewesen sei. Er ging auf Reichelts Vorschlag einer umfassenden Jugendarbeit für Weiden ein: Betätigungsfelder sah er in der dezentralen Jugendarbeit in Weidener Stadtvierteln, in präventiver Jugendsozialarbeit an Schulen, auch in der Begleitung minderjähriger Flüchtlinge, die "immer jünger und immer traumatisierter" werden. Eine andere Baustelle seien Familien, die Hartz IV beziehen - der Anteil an Kindern und Jugendlichen aus diesen Bedarfsgemeinschaften liege mit 20 Prozent in Weiden zwölf Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Seggewiß lobt den Stadtjugendring für Großaktionen wie "Dance Your Style" und motivierte zu mehr Sponsorenwerbung.
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